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Medieval Sereotypes and Modern Antisemitism
Das zwölfte Jahrhundert in Europa, das von Historikern als eine Zeit intellektueller und geistiger Vitalität gepriesen wird, hatte auch eine dunkle Seite. Wie Robert Chazan hervorhebt, wurde die Marginalisierung von Minderheiten während der "Renaissance des zwölften Jahrhunderts" als Teil eines zunehmenden Verfolgungsmusters deutlich, und unter den Stigmatisierten spielten die Juden eine herausragende Rolle.
Die Einwanderung von Juden nach Nordeuropa im späten zehnten Jahrhundert führte zur Entstehung einer neuen Reihe von jüdischen Gemeinden. Dieses nördliche Judentum blühte auf, nur um zwei Jahrhunderte später stark zu schrumpfen. Chazan ortet die Ursache für den Niedergang vor allem in der Entstehung neuer, negativer Bilder von Juden. Er zeigt, wie sich diese schädlichen Stereotypen im zwölften Jahrhundert entwickelten, und fährt fort, die mächtige, dauerhafte Rolle der neuen antijüdischen Bilder in der historischen Entwicklung des Antisemitismus darzustellen.
Die Verbindung der bemerkenswerten intellektuellen Hinterlassenschaften des zwölften Jahrhunderts für das Wachstum der westlichen Zivilisation mit dem Erbe virulenter antijüdischer Motive bietet einen wichtigen neuen Schlüssel zum Verständnis des modernen Antisemitismus.