Bewertung:

Das Buch bietet eine gründliche und gut recherchierte Untersuchung der kannibalischen Medizin und der zeitgenössischen Einstellung zu dieser Praxis, was es für alle, die sich für dieses Thema interessieren, wertvoll macht.
Vorteile:⬤ Vollgepackt mit faszinierenden Informationen
⬤ Gründliche Erörterung eines schwierigen Themas
⬤ Verständliche Sprache
⬤ Unschätzbare Recherche für alle, die sich für Kannibalismus und historische Medizin interessieren
⬤ Gut recherchiert.
Einige Leser könnten es als dicht und manchmal überwältigend empfinden; nicht geeignet für Zartbesaitete.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Mummies, Cannibals and Vampires: The History of Corpse Medicine from the Renaissance to the Victorians
Mumien, Kannibalen und Vampire zeichnet die weitgehend vergessene Geschichte der europäischen Leichenmedizin anschaulich nach. Könige, Damen, Herren, Priester und Wissenschaftler verschrieben, schluckten oder trugen menschliches Blut, Fleisch, Knochen, Fett, Hirn und Haut, um sich von Epilepsie, Blutergüssen, Wunden, Geschwüren, Pest, Krebs, Gicht und Depressionen zu heilen. In diesem umfassenden und leicht verständlichen Text zeigt Richard Sugg, dass die Leichenmedizin keineswegs eine mittelalterliche Therapie war, sondern während der sozialen und wissenschaftlichen Revolutionen des frühmodernen Britanniens ihre Blütezeit erlebte. Sie überlebte bis weit ins 18.
Von den Hinrichtungsstätten in Deutschland und Skandinavien über die Höfe und Laboratorien Italiens, Frankreichs und Großbritanniens bis hin zu den Schlachtfeldern Hollands und Irlands und den menschenfressenden Stämmen Amerikas zeigt Mumien, Kannibalen und Vampire, dass die wirklichen Kannibalen in Wirklichkeit die Europäer waren. Auf unserem Weg durch die blutigen Schatten dieser bemerkenswerten geheimen Geschichte stoßen wir auf Medizin, die aus lebenden und toten Körpern geschnitten wurde, auf Säcke mit menschlichem Fett, die nach einem Feuergefecht geerntet wurden, auf Handschuhe aus Menschenhaut und auf die erste Mumie, die auf einer Londoner Bühne auftrat. Beleuchtet vom unheimlichen Schein einer mit menschlichem Blut gefüllten Lampe, enthält diese zweite Ausgabe neues Material über Exo-Kannibalismus, Schädelmedizin, das Bluttrinken bei skandinavischen Hinrichtungen, viktorianische Leichenfledderei und die magischen Kräfte von Kerzen aus menschlichem Fett. Auf unserer Suche nach dem Verständnis des seltsamen Paradoxons des christlichen Kannibalismus bewegen wir uns vom katholischen Vampirismus der Eucharistie über den routinemäßigen Schmutz und das Unbehagen an frühneuzeitlichen Leichen bis hin zur mächtigen, numinosen Quelle der ultimativen Macht der Leichenmedizin: der menschlichen Seele selbst.
Die zweite Auflage von Mumien, Kannibalen und Vampire, die jetzt von einer begleitenden Website mit ergänzenden Artikeln, Interviews mit dem Autor, zugehörigen Bildern, Zusammenfassungen der wichtigsten Themen und einem Glossar begleitet wird, ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich für die Geschichte der Medizin, die frühe moderne Geschichte und die dunkle, verborgene Vergangenheit des europäischen Christentums interessieren.