
Music, Dance and the Archive
Music, Dance and the Archive stellt Aufzeichnungen von Aufführungskulturen aus dem Archiv durch kollaborative und kreative Forschung neu vor. In diesem Sammelband bringen Amanda Harris, Linda Barwick und Jakelin Troy darstellende Künstler, Kulturschaffende und interdisziplinäre Wissenschaftler zusammen, um die Grenzen archivierter Aufzeichnungen über Musik und Tanz aufzuzeigen. Mit künstlerischen Methoden aus der indigenen Methodik, der Tanzwissenschaft und der Gesangspraxis erforschen die Autoren Möglichkeiten, Archivmaterial neu zu verankern, die Gesangspraxis zu erneuern, kolonialen Erzählungen zu widersprechen und Aufführungstraditionen neu zu präsentieren. Die neun Kapitel des Buches wurden von Lied- und Tanzpraktikern, Kuratoren, Musik- und Tanzhistorikern, Anthropologen, Linguisten und Musikwissenschaftlern verfasst, die sich mit der Musik und dem Tanz indigener Völker aus dem Westen, dem hohen Norden und dem Südosten des australischen Kontinents sowie aus Aotearoa Neuseeland, Taiwan und Turtle Island (Nordamerika) beschäftigen.
Musik, Tanz und das Archiv hinterfragt historische Praktiken des Zugangs zu Archiven, indem es zeigt, wie indigene darstellende Künstler und Gemeindemitglieder und akademische Forscher (indigene und nicht-indigene) zusammenarbeiten, um Objekte, die in Archiven gelagert wurden, zum Leben zu erwecken. Es untersucht nicht nur koloniale Archivierungspraktiken, sondern auch kreative und provokative Bemühungen, die Rolle der Archive neu zu definieren und sie in einen Dialog mit der zeitgenössischen kreativen Arbeit zu bringen. Durch verschiedene Beiträge versucht das Buch, die eigentliche Definition von "Archiv" zu destabilisieren und sich die verschiedenen Formen vorzustellen, in denen kulturelles Wissen für gegenwärtige und zukünftige indigene Interessengruppen aufbewahrt werden kann. Musik, Tanz und das Archiv unterstreicht die Notwendigkeit von Beziehungen, Land und Kreativität bei der Ausübung von Gesang und Tanz und bei der Wiederbelebung von Praktiken, die nicht mehr genutzt werden.
Da sich das heutige Australien mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt, ist dieser Band sowohl zeitgemäß als auch dringend. Wir Leser sind aufgefordert, kritisch darüber nachzudenken, wie die Geschichte in der Gegenwart weiterlebt - mit Auswirkungen nicht nur auf die Kreativität, das Erbe und die Künste, sondern auch auf wohlhabende und gerechte Gesellschaften und blühende Kulturen, jetzt und in der Zukunft. Diese einzigartige und lebendige Sammlung ist ein Meilenstein in der Forschung über indigene darstellende Künste und das Archiv, mit Bedeutung für Australien und darüber hinaus.