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Nation and Religion: Perspectives on Europe and Asia
Macht die Moderne die Religion politisch irrelevant? Die gängige wissenschaftliche und populäre Meinung besagt, dass dies der Fall ist. Die vorherrschende Ansicht geht davon aus, dass der Beginn der westlichen Moderne - gekennzeichnet durch den Aufstieg des Nationalismus, die Dominanz des Kapitalismus und die Entstehung mächtiger staatlicher Institutionen - den Säkularismus begünstigt und die Religion in den rein privaten Bereich verbannt. Diese Sammlung von Aufsätzen über Nationalismus und Religion in Europa und Asien stellt diese Sichtweise in Frage. Die Beiträge zeigen, dass Religion und Politik nicht nur im Osten, sondern auch im Westen auf komplexe und äußerst wichtige Weise miteinander verwoben sind.
Das Buch konzentriert sich auf vier Gesellschaften: Indien, Japan, Großbritannien und die Niederlande. Es zeigt, dass Religion und Nationalismus in diesen Gesellschaften zusammenwirken, um Vorstellungen wie die Auserwählung der Nation für eine historische Aufgabe (z. B. den Imperialismus), die Möglichkeit einer nationalen Wiederbelebung und die politische Führung als eine Form der Erlösung hervorzubringen. Der Band untersucht auch die Qualitäten des religiösen Diskurses und der religiösen Praxis, die für nationalistische Zwecke genutzt werden können, wobei besonderes Augenmerk darauf gelegt wird, wie die Religion dazu beitragen kann, Opfern im nationalen Kampf einen Sinn zu geben. Der vergleichende Ansatz des Buches unterstreicht, dass die Entwicklungen in kolonisierenden und kolonisierten Ländern, die allzu oft getrennt voneinander betrachtet werden, auf subtile Weise miteinander verknüpft sind.
Neben den Herausgebern haben Benedict R. Anderson, Talal Asad, Susan Bayly, Partha Chatterjee, Frans Groot, Harry Harootunian, Hugh McLeod, Barbara Metcalf und Peter van Rooden Beiträge geliefert.