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Religious Nationalism: Hindus and Muslims in India
Religiöser Nationalismus ist in weiten Teilen der heutigen Welt ein Thema von entscheidender Bedeutung. Peter van der Veers zeitgemäße Studie über die Beziehung zwischen Religion und Politik in Indien geht weit über andere Bücher zu diesem Thema hinaus. Er bringt mehrere Disziplinen zusammen - Anthropologie, Geschichte, Sozialtheorie, Literaturwissenschaft - um zu zeigen, wie indische religiöse Identitäten durch Pilgerreisen, Migration, Sprachentwicklung und in jüngerer Zeit durch Print- und visuelle Medien geformt wurden.
Van der Veers zentrales Thema ist der langwierige Streit um die Babari-Moschee in Ayodhya, Schauplatz einer blutigen Konfrontation zwischen Hindus und Muslimen im Dezember 1992. Eine Reihe weiterer Beispiele, die zum Nachdenken anregen, beschreibt die historische Konstruktion religiöser Identitäten: Kuhschutzvereine und Sufi-Gräber, Purdah und die politische Aneignung von Bildern des weiblichen Körpers, Salman Rushdie und die Rolle des Romans im Nationalismus, Mahatma Gandhi und Swami Vivekananda, die Khalsa-Bewegung der Sikhs sowie nationalistische Archäologie und das im Fernsehen übertragene Ramayana.
Van der Veer bietet eine neue Perspektive auf die Bedeutung der religiösen Organisation und die Rolle des Rituals bei der Entstehung des Nationalismus. Sein Werk fördert unser Verständnis des zeitgenössischen Indiens und bietet gleichzeitig wichtige theoretische Einblicke in eines der beunruhigendsten Themen dieses Jahrhunderts.