Bewertung:

Das Buch von Dr. Jean Porter untersucht die Relevanz der Naturrechtstheorie des heiligen Thomas von Aquin für heutige moralische Fragen und bietet eine klare und durchdachte Interpretation, die über die traditionelle Apologetik hinausgeht. Es ist eine anspruchsvolle Lektüre, belohnt aber die Mühe mit aufschlussreichen Argumenten und einem aufgeschlossenen Ansatz für Ethik und Theologie.
Vorteile:⬤ Gründlich recherchierte und detaillierte Untersuchung der Naturrechtstheorie des Heiligen Thomas.
⬤ Vermeidet apologetische Töne und präsentiert eine erfrischende Neuinterpretation des thomistischen Denkens.
⬤ Setzt sich effektiv mit Kritikern des Naturrechts auseinander und liefert Gegenargumente.
⬤ Verbindet Theologie und Ethik und macht sie für moderne moralische Fragen relevant.
⬤ Bietet scharfe Einblicke in das Wesen von Tugend und Moral.
⬤ Das Buch kann für diejenigen, die mit Dr. Porters Werk oder der thomistischen Philosophie nicht vertraut sind, eine Herausforderung darstellen.
⬤ Die teleologische Sicht der Natur, die der heilige Thomas vertritt, stimmt möglicherweise nicht mit dem heutigen wissenschaftlichen Verständnis überein.
⬤ Einige Ansichten des heiligen Thomas, wie z. B. seine Gedanken über die Rolle der Frau und die Sklaverei, können als altmodisch oder veraltet angesehen werden.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Nature as Reason: A Thomistic Theory of the Natural Law
Dieses bemerkenswerte Buch entwickelt eine neue Theorie des Naturrechts, die sich an der von Thomas von Aquin entwickelten Darstellung des Naturrechts orientiert, wie sie im Kontext der scholastischen Theologie des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts interpretiert und ergänzt wurde.
Obwohl diese Geschichte für das Leben im 21. Jahrhundert irrelevant erscheinen mag, zeigt Jean Porter, dass der scholastische Ansatz zum Naturrecht immer noch viel zur zeitgenössischen Diskussion der christlichen Ethik beitragen kann. Aquin und seine Gesprächspartner bieten eine Denkweise über das Naturrecht, die eindeutig theologisch ist und gleichzeitig offen für andere intellektuelle Perspektiven, einschließlich der der Wissenschaft, bleibt.
Im Laufe ihrer Arbeit untersucht Porter die Annahmen und Überzeugungen der Scholastiker über die Natur, Aquins Darstellung des Glücks und die übergreifende Behauptung, dass die Vernunft moralische Normen hervorbringen kann. Letztlich argumentiert Porter, dass eine thomistische Theorie des Naturrechts gut geeignet ist, einen Ausgangspunkt für die Entwicklung einer nuancierteren Darstellung der Beziehung zwischen bestimmten Überzeugungen und Praktiken zu bieten. Auch wenn Aquins Ansatz des Naturrechts vielleicht kein System ethischer Normen bietet, das sowohl universell zwingend als auch detailliert genug ist, um praktisch anwendbar zu sein, so bietet er doch etwas, das wohl wertvoller ist - nämlich eine Möglichkeit, das Phänomen der menschlichen Moral theologisch zu reflektieren.