Bewertung:

Das Buch erforscht die komplexe Übersetzung von Natur im Kontext japanischer Reiseleiter in Kanada und untersucht, wie ihre Erfahrungen mit Konzepten von Freiheit, Identität und ökologischem Wissen zusammenhängen. Es beleuchtet die kulturellen Spannungen und Verhandlungen, mit denen die Reiseleiter konfrontiert sind, während sie sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden und gleichzeitig ihre Identität abseits der traditionellen japanischen Sozialnormen neu definieren.
Vorteile:Das Buch ist reich an theoretischen Erkenntnissen und verbindet erfolgreich anthropologische Feldforschung mit gelebten Erfahrungen. Es vermittelt ein nuanciertes Verständnis der Beziehung zwischen Natur und menschlichem Handeln, insbesondere im Kontext der japanischen Kultur. Die Fähigkeit der Autorin, verschiedene Autoren und Theorien zu mobilisieren und sich gleichzeitig auf die Auswirkungen auf die reale Welt zu konzentrieren, ist lobenswert. Er betont auch die multikulturellen Perspektiven und die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Übersetzung von Konzepten wie Freiheit und Identität in andere Kulturen.
Nachteile:Einige Leser könnten die theoretische Tiefe und die akademischen Referenzen überwältigend oder dicht finden. Die Fokussierung des Buches auf die Reiseleiter könnte das breitere Verständnis der ökologischen und kulturellen Fragen, die im Spiel sind, einschränken. Außerdem könnte die Erforschung der Geschlechterrollen und ihrer Auswirkungen von einem kämpferischeren Ansatz profitieren, um sich voll und ganz auf die zeitgenössischen feministischen Diskussionen einzulassen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Nature in Translation: Japanese Tourism Encounters the Canadian Rockies
Nature in Translation ist eine ethnografische Untersuchung der kulturpolitischen Aspekte der Übersetzung von Wissen über die Natur. Shiho Satsuka folgt den japanischen Reiseleitern, die im kanadischen Banff-Nationalpark Wanderungen, Naturspaziergänge und Sightseeing-Bustouren für japanische Touristen leiten, und veranschaulicht, wie sie danach strebten, lokale "Naturinterpreten" zu werden, indem sie das vom Nationalpark autorisierte ökologische Wissen erlernten.
Die Führer gingen von der universellen Anziehungskraft von Kanadas großartiger Natur aus, aber ihr Kampf um die Übersetzung der Natur zeigt, dass unser Verständnis von Natur - einschließlich wissenschaftlicher Erkenntnisse - immer von den spezifischen soziokulturellen Belangen des jeweiligen historischen Kontextes geprägt ist. Dazu gehören die sich verändernde Bedeutung von Arbeit in einer neoliberalen Wirtschaft ebenso wie kulturspezifische Träume von Freiheit und Selbstverwirklichung in der weiten Natur Kanadas.
Auf der Grundlage von fast zwei Jahren Feldforschung in Banff und einem Jahrzehnt an Gesprächen mit den Führern argumentiert Satsuka, dass die Kenntnis der Natur ein unendlicher Prozess der kulturellen Übersetzung ist, voller Spannungen, Widersprüche und Reibungen. Letztlich geht es bei der Übersetzung der Natur darum, was als menschlich gilt, welche Art von Gesellschaft angestrebt wird und wer als legitimes Subjekt in diese Gesellschaft einbezogen oder ausgeschlossen wird.