Bewertung:

Das Buch „Neanderthals in Plato's Cave“ von George F. Steiner untersucht die kulturelle Evolution und hebt die signifikante Verlagerung der menschlichen Anpassung von biologischen zu kulturellen Einflüssen in den letzten 60.000 Jahren hervor. Er erörtert die Auswirkungen dieses Wandels aus verschiedenen Blickwinkeln, darunter anatomische, verhaltensbezogene und kognitive Modernität, und betont die Bedeutung von Neotenie und kulturellen Nischen in der menschlichen Entwicklung.
Vorteile:Das Buch ist umfassend, gut recherchiert und stellt eine neue Perspektive auf die kulturelle Evolution dar. Es ist besonders wertvoll für Fachleute der Anthropologie und verwandter Gebiete, da es Tiefe und Klarheit bietet. Die Leser schätzen den anspruchsvollen Inhalt und die Art und Weise, wie es zum kritischen Denken über kulturelle und biologische Wechselwirkungen anregt.
Nachteile:Das Buch gilt als anspruchsvoll und erfordert Konzentration, was es für Gelegenheitsleser oder Personen, die mit der wissenschaftlichen Terminologie nicht vertraut sind, schwierig machen könnte. Die Komplexität des Buches könnte einige Leser abschrecken, die leichter zu lesendes Material bevorzugen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Neanderthals in Platos Cave - A Relativistic Approach to Cultural Evolution
Die Theorie der doppelten Vererbung (DIT) erkennt die Tatsache an, dass die kulturelle Evolution in den letzten 50 Jahrtausenden einen deutlichen Einfluss auf unsere Anatomie, unser Verhalten und unsere Kognition hatte. Leider impliziert die DIT, indem sie die „kumulative kulturelle Evolution“ als die „natürliche Wahl“ aller kognitiv modernen Menschen betrachtet, dass die technologische Innovation der Index des Fortschritts ist und dass die „Ratschenbildung“ von Innovationen das „Ziel“ der kulturellen Evolution ist.
Dies wird durch die Entwicklung eines gewissen Maßes an sozialer Komplexität erreicht, bei der das einseitige Kopieren kultureller Modelle zu einer Technik der kulturellen Übertragung wird. Kleine und isolierte Populationen sind daher „dem Untergang geweiht“, und das „Tretmühlenmodell“ tritt in Kraft, bei dem der Mangel an demografischer Stärke zu einer Beeinträchtigung des sozialen Lernens und zum Verlust bzw.
zur Untreue beim Kopieren führt. In der anthropologischen Literatur finden sich jedoch Belege für kleine und isolierte Gruppen, die trotz dieser „Handicaps“ komplizierte Austauschnetzwerke entwickelt haben, die dies nicht tun.