
Remapping Cold War Media: Institutions, Infrastructures, Translations
Warum wollten Hollywood-Produzenten unbedingt auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs drehen? Wie wurden westliche Computerspiele in den paramilitärischen Jugendclubs der sozialistischen Tschechoslowakei populär? Was versprach sich das finnische Privatfernsehen von der Ausstrahlung sowjetischer Dramen?
Die Medienkulturen des Kalten Krieges werden in der Regel im Sinne einer Ost-West-Binarität in Erinnerung gerufen, wobei Konflikt und Propaganda im Vordergrund stehen. Remapping Cold War Media bietet jedoch eine andere Perspektive auf diesen Zeitraum und beleuchtet die weitreichenden Verbindungen zwischen den Medienindustrien und -kulturen im Osten Europas im Kalten Krieg und ihren Pendants im Westen und globalen Süden. Diese Verbindungen wurden durch pragmatische, technologische, wirtschaftliche, politische und ästhetische Kräfte geschmiedet; sie hatten vielfältige, zuweilen widersprüchliche Funktionen und Bedeutungen. Und sie haben dazu beigetragen, die Art und Weise zu gestalten, wie Medien heute zirkulieren - von Filmfestivals über Satellitennetze bis hin zu Koproduktionen.
Unter Berücksichtigung von Film, Literatur, Radio, Fotografie, Computerspielen und Fernsehen bietet Remapping Cold War Media eine transnationale Geschichte der Nachkriegsmedien, die sich über Ost- und Westeuropa, die nordischen Länder, Kuba, die Vereinigten Staaten und darüber hinaus erstreckt. Die Autoren stützen sich auf umfangreiche Archivrecherchen, um aufzuzeigen, wie Medien über geopolitische Grenzen hinweg transportiert wurden, von welchen Übersetzungs-, Interpretations- und Rezeptionsprozessen diese Reisen abhingen und welche Bedeutung Medienformen, -inhalte, -industrien und -infrastrukturen damals und heute haben.