Bewertung:

Das Buch bietet eine gemischte Bewertung der Erinnerung an den Bürgerkrieg aus literarischer Sicht, hat aber Probleme mit der historischen Genauigkeit und der Zugänglichkeit für allgemeine Leser. Während einige Kapitel, insbesondere Kapitel 3, fesselnd und informativ sind, erscheinen andere allzu akademisch und ohne Bezug zu zeitgenössischen Perspektiven. Das literarische Können des Autors wird anerkannt, doch sein Verständnis der Geschichte des Bürgerkriegs wird als unzureichend erachtet, was zu Bedenken über Rosinenpickerei und Übertreibung bestimmter Aussagen führt.
Vorteile:Der Autor ist ein geschickter und flüssiger Autor mit einem ausgeprägten Verständnis für Literatur, insbesondere in Bezug auf die ältere Bürgerkriegsliteratur. Kapitel 3, das sich mit der verlorenen Sache befasst, ist gut ausgearbeitet und spricht den allgemeinen Leser besser an. Der bibliografische Essay am Ende bietet interessante Einblicke.
Nachteile:Dem Buch fehlt es an Tiefe in der Geschichte des Bürgerkriegs, wobei die Kapitel 1 und 2 zu akademisch und für den Durchschnittsleser uninteressant erscheinen. Dem Autor wird vorgeworfen, dass er sich bei der Interpretation von historischen Ereignissen und Zahlen die Rosinen herauspickt und übertriebene Behauptungen aufstellt, was den Leser in die Irre führen könnte. Einige der vom Autor angestellten Vergleiche und Aussagen scheinen komplexe historische Figuren und Ereignisse zu trivialisieren.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Not Even Past: The Stories We Keep Telling about the Civil War
Der Amerikanische Bürgerkrieg lebt in unserer kollektiven Vorstellung weiter wie nur wenige andere Ereignisse. Die Geschichte des Krieges wurde in unzähligen Filmen, Romanen, Gedichten, Memoiren, Theaterstücken, Skulpturen und Denkmälern nacherzählt. Oft wird er als Emanzipationskampf, als Versuch, die Sklaverei in Amerika für immer abzuschaffen, in Erinnerung gerufen, aber auch als Kampf für die Unabhängigkeit der Südstaaten, als Brudermord, der die nationale Familie spaltete, und als dunkler, grausamer Konflikt, der durch seine Brutalität gekennzeichnet war. Was haben diese Geschichten, Mythen und Gerüchte gemeinsam, und was lehren sie uns über das moderne Amerika?
In diesem faszinierenden Buch enthüllt Cody Marrs, wie sich diese Erzählungen im Laufe der Zeit entwickelt haben und warum sie eine so dauerhafte Kraft erlangten. Marrs befasst sich mit einem eklektischen Spektrum von Texten, Traditionen und Schöpfern, von Walt Whitman, Abram Ryan und Abraham Lincoln bis zu Margaret Mitchell, D. W. Griffith und W. E. B. Du Bois. Er identifiziert auch mehrere grundlegende Handlungen über den Bürgerkrieg, die das öffentliche Gedächtnis verankern und ständig um die kulturelle Vorrangstellung konkurrieren. Mit anderen Worten: Aus der Perspektive des amerikanischen kulturellen Gedächtnisses gibt es nicht den einen Bürgerkrieg.
Ob sie uns nun mit Freude oder Schrecken erfüllen, ob sie sich auf die Seite des Nordens oder des Südens schlagen, ob sie aus den 1860er Jahren, den 1960er Jahren oder von heute stammen, diese Geschichten machen eines deutlich: Der Bürgerkrieg ist ein fortwährender Konflikt, der nicht nur als kultureller Prüfstein fortbesteht, sondern als ungelöster Kampf, über den sich die Amerikaner unweigerlich definieren. Not Even Past ist ein zeitgemäßes, anregendes und wunderschön geschriebenes Buch, das jeder lesen sollte, der sich für den Bürgerkrieg und seine Rolle in der amerikanischen Geschichte interessiert.