
Nol Coward: The Playwright's Craft in a Changing Theatre
Dies ist das erste Werk in Buchform, das in großem Umfang auf unveröffentlichtes Archivmaterial zurückgreift, um die Entstehung und Rezeption einiger von Noël Cowards bedeutendsten Stücken zu dokumentieren. Es untersucht seine Arbeitsweise als Dramatiker, vom Manuskript bis zur Aufführung.
Die Studie zeigt, dass Coward zwar keinen der radikaleren theatralischen „Ismen“ seiner Zeit vertrat, aber sowohl mit Form als auch Inhalt experimentierte. Er adaptierte die bekannten „gut gemachten“ Formeln, betonte aber auch das theatralische Selbstbewusstsein und die Erforschung radikaler sozialer und sexueller Beziehungen. Nach einem Überblick über Cowards Werdegang und die Rezeption seiner Stücke werden ausgewählte Texte aus verschiedenen Phasen seiner Karriere erörtert, darunter einige unproduzierte oder unvollendete Werke und immer wieder beliebte Stücke wie The Vortex, Hay Fever, Private Lives, Design for Living, Blithe Spirit und Present Laughter.
Die Studie geht auch der Frage nach, wie Coward nach den beiden Weltkriegen, als tiefgreifende Veränderungen der sozialen und politischen Verhältnisse neue dramaturgische Ansätze nahelegten, mit seinem Werk nach 1945 nicht mehr den gleichen Erfolg hatte wie in früheren Perioden. Das letzte Kapitel untersucht Cowards Herangehensweise an sein Handwerk als Reaktion auf das neue theatralische und kulturelle Umfeld und die neue Freiheit im Umgang mit Homosexualität, die in Suite in Three Keys und seinem letzten, unvollendeten Stück Age Cannot Wither zum Ausdruck kommt.