
North Korea and the Global Nuclear Order: When Bad Behaviour Pays
Für einen Staat, der sich weltweit den Ruf erworben hat, internationale Normen zu verletzen, nicht zuletzt durch sein unbeirrtes Streben nach Atomwaffen, ist die Entschlossenheit Nordkoreas, ein atomar bewaffneter Staat zu werden, rätselhaft. Wenn Atomwaffen Sicherheit, Unsicherheit und andere Kosten für den Staat mit sich bringen, wie können wir dann dieses Streben und das daraus resultierende straffällige Verhalten verstehen?
In North Korea and the Global Nuclear Order gibt Edward Howell eine Antwort auf diese Frage, indem er sich auf Nordkoreas Streben nach Status im internationalen System konzentriert und den theoretischen Rahmen der „strategischen Delinquenz“ entwickelt. Anhand von bisher unveröffentlichten und neuen Interviews mit internationalen Unterhändlern mit Nordkorea und unter Einbeziehung neuer wissenschaftlicher Literatur bietet Howell einen originellen theoretischen Rahmen, der auf den Fall Nordkorea angewendet werden kann.
Er deckt einen Zeitraum von den 1990er Jahren bis heute ab und stützt sich dabei auf eine beispiellose Fülle empirischer Daten. Sein übergreifendes Argument lautet, dass Nordkorea strategisch ein Verhalten an den Tag legt, das gegen internationale Normen verstößt, um daraus Vorteile zu ziehen. Das Buch zeigt auf, wie Nordkorea im Laufe der Zeit gelernt hat, dass sich schlechtes Verhalten trotz des niedrigen Status und der daraus resultierenden Schande auszahlen kann.