Bewertung:

Das Buch bietet eine reichhaltige, eingehende Erkundung des Lebens und der Werke des Dichters Paul Celan, wobei biografische Elemente mit Diskussionen über seine Poesie und die Kunst der Übersetzung in Einklang gebracht werden. Die Leser finden es lohnend und aufschlussreich, was es zu einer starken Empfehlung für diejenigen macht, die Celans Beiträge zur Literatur verstehen wollen.
Vorteile:⬤ Gründliche und lohnende Studie über Paul Celan.
⬤ Kombiniert Biographie und Anthologie auf effektive Weise.
⬤ Bietet faszinierende Einblicke in die Kunst des Übersetzens.
⬤ Lädt den Leser zu tiefer Kontemplation ein.
⬤ Zugängliche und einfache Erklärungen komplexer Poesie.
⬤ Von mehreren Rezensenten als Pflichtlektüre sehr empfohlen.
⬤ Einige physische Exemplare haben nachgedunkelte Seiten, was das Lesen erschwert.
⬤ Das Buch erfordert eine sorgfältige Lektüre; man kann es nicht im Schnelldurchlauf lesen.
(basierend auf 12 Leserbewertungen)
Paul Celan: Poet, Survivor, Jew
Paul Celan, Europas eindringlichster Nachkriegsdichter, war ein deutschsprachiger, osteuropäischer Jude. Sein Werk legt die Wunden frei, die die Zerstörungswut der Nazis in der Sprache hinterlassen hat, und erhellt sie. John Felstiners einfühlsames und zugängliches Buch ist die erste kritische Biografie Celans in einer beliebigen Sprache. Es bietet neue Übersetzungen bekannter und weniger bekannter Gedichte - einschließlich eines Kapitels über Celans berühmte "Todesfuge" - sowie seine Reden, Prosaerzählungen und Briefe. Das Buch zeigt auch bisher unveröffentlichte Fotos des Dichters und seines Umfelds.
Auf der Grundlage von Interviews mit Celans Familie und Freunden, seiner persönlichen Bibliothek in der Normandie und in Paris sowie umfangreichen deutschen Kommentaren erzählt Felstiner die fesselnde Geschichte des Dichters: seine Geburt 1920 in Rumänien, der über Nacht erfolgte Verlust seiner Eltern bei einer Deportation durch die Nazis, seine Erfahrungen mit Zwangsarbeit und sowjetischer Besatzung während des Krieges und schließlich sein schwieriges Exil in Paris. Das Lebenswerk von Paul Celan erschließt sich durch die Lektüre seiner Gedichte in ihrem persönlichen und historischen Kontext. Gleichzeitig eröffnet Felstiner neue Einsichten, indem er den Prozess der Übersetzung von Celans Gedichten selbst offenlegt.
Um diese Poesie und die darin zum Ausdruck kommende jüdische Prägung darzustellen, deckt Felstiner Celans Quellen in der Bibel und der jüdischen Mystik auf, seine Affinität zu Kafka, Heine, H lderlin, Rilke und Nelly Sachs, seine Faszination für Heidegger und Buber, seine eindringlichen Übersetzungen von Shakespeare, Dickinson, Mandelshtam und Apollinaire. An erster und letzter Stelle erforscht Felstiner die Leistung eines Dichters, der in seiner Muttersprache überlebt, der deutschen Sprache, die, wie Celan sagte, "durch die tausend Dunkelheiten der todbringenden Sprache" gegangen war.