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Paul and Imperial Divine Honors: Christ, Caesar, and the Gospel
Wie wirkte sich der Kaiserkult auf die Christen im Römischen Reich aus?
"Jesus ist der Herr, nicht der Cäsar." Viele Gelehrte und Prediger führen die Misshandlung der frühen Christen durch die römischen Behörden auf diesen grundlegenden Bekenntniskonflikt zurück. Doch dieses Mantra beruht auf einem verkürzten Verständnis des Kaiserkults. D. Clint Burnett untersucht eine Fülle von Belegen - literarische, epigraphische, numismatische und archäologische -, um die christliche Auseinandersetzung mit den kaiserlichen göttlichen Ehren genauer zu rekonstruieren.
In überholten Berichten werden kaiserliche göttliche Ehren oft als einheitlich und zentralisiert dargestellt, wobei der Schwerpunkt auf der Stadt Rom liegt. Stattdessen untersucht Burnett die göttlichen Ehren in Philippi, Thessaloniki und Korinth. Während alle drei Städte kaiserliche kultische Aktivitäten in ihr soziales, religiöses, wirtschaftliches und politisches Leben integrierten, unterschieden sich die Zwecke und Konturen dieser Praxis je nach der einzigartigen Geschichte der Stadt. Thessaloniki z. B. entrichtete göttliche Ehren an lebende Julio-Claudier als Tribut für ihren Status als freie Stadt im Reich - und christlicher Widerstand gegen diese Praxis wurde als Bedrohung dieser Unabhängigkeit angesehen. Letztlich argumentiert Burnett, dass das frühe Christentum nicht spezifisch regierungsfeindlich, sondern allgemeiner gegenkulturell war und dass die Reaktionen auf diese Haltung von Konflikt bis hin zu Apathie reichten.
Burnetts überzeugende Argumentation stellt gängige Annahmen über die Stellung der ersten Christen im Römischen Reich in Frage. Diese neue Darstellung wird Christen zugute kommen, die den Platz ihres Glaubens im heutigen öffentlichen Leben verstehen wollen.