Bewertung:

Das Buch bietet einen detaillierten Bericht über Richard Burtons Leben, insbesondere über seine Erfahrungen in Afrika, und erforscht gleichzeitig die Komplexität seines Charakters und den kulturellen Kontext seiner Zeit. In vielen Rezensionen wird jedoch auf die zeitgenössischen Urteile und Vorurteile des Autors hingewiesen, die die Gesamterzählung beeinträchtigen. Auch das Fehlen nützlicher Karten ist ein häufiger Kritikpunkt.
Vorteile:Detaillierte Darstellung von Burtons Leben und Reisen, gut recherchierte Fußnoten und Bibliographie, fesselnde Nacherzählung der Geschichte. Nützlich für diejenigen, die Quellenmaterial suchen.
Nachteile:Der Autor wendet Urteile des 21. Jahrhunderts auf eine Figur des 19. Jahrhunderts an, was zu einem zynischen Ton führt. Das Fehlen von nützlichen Karten und einige unnötige spekulative Kommentare schmälern die Gesamtqualität.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Paths Without Glory: Richard Francis Burton in Africa
Nur wenige Menschen haben so viel Interesse geweckt wie Sir Richard Burton. Als wahrer Universalgelehrter ist Burton heute vor allem für seine Übersetzungen des Kamasutra und von Tausendundeiner Nacht bekannt.
Dennoch stand Afrika im Mittelpunkt seines erwachsenen Lebens. Die Burton-Speke-Expedition (1856-59), die den Tanganjikasee auf die Landkarte brachte, führte zu jahrelangen Kontroversen über die Quelle des Weißen Nils. Von 1861 bis 1864 diente Burton als britischer Konsul in Fernando Po und unternahm zahlreiche Reisen zwischen Ghana und Angola.
Er schrieb viel und verfasste einige der ersten detaillierten ethnografischen Berichte über die Völker Afrikas. In vielerlei Hinsicht wurde Afrika jedoch zu Burtons Verhängnis. Verletzungen und Krankheiten zehrten an seinen Kräften, er machte sich Feinde in hohen Positionen, und ironischerweise wirkte sich sogar die Entdeckung des Tanganjikasees nachteilig auf ihn aus.
Zunehmend frustriert und verbittert, wandte er sich häufig dem Alkohol zu. In dieser faszinierenden Geschichte über die Beziehung zwischen einem Mann und einem Kontinent zeichnet der Geograph James L. Newman ein intimes Porträt von Burton, indem er seine Tagebücher und die umfangreichen Analysen der Biographen sorgfältig auswertet.
Indem er sich eingehend mit Burtons späterem Leben und seinen Reisen befasst, zeigt Newman die thematischen Schwerpunkte seiner Karriere als Diplomat und Entdecker auf, nämlich sein entschiedenes Eintreten für eine aggressive imperiale Politik und seine Überzeugung, dass Ethnien entscheidende menschliche Unterschiede erklären. Historiker und Wissenschaftler, die sich mit dem goldenen Zeitalter des Kaiserreichs befassen, sowie Abenteurer im Sessel werden nicht nur entdecken, was diese berühmte rätselhafte Figur ausmachte, sondern sich selbst in das Herz Afrikas in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts wagen.