
Plant Flavonoids Against Metastasis - New Concepts For Cancer Treatment
Krebs stellt eine große Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar und ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Heute wissen wir, dass die Metastasierung, ein mehrstufiger Prozess, bei dem sich Tumorzellen vom Ursprungsort zu entfernten Organen ausbreiten, für die meisten krebsbedingten Todesfälle verantwortlich ist. Tatsächlich sind mehr als 90 % der krebsbedingten Todesfälle auf die Metastasierung von Tumoren zurückzuführen. Leider gibt es derzeit keine Therapien, die speziell auf die Metastasierung von Krebsarten beim Menschen abzielen, und Patienten mit Fernmetastasen sterben letztendlich an ihrer Krankheit. Die derzeitigen konventionellen Behandlungsmethoden konzentrieren sich auf die Entfernung von Tumoren durch chirurgische Resektion und/oder die Abtötung bösartiger Zellen durch zytotoxische chemotherapeutische Medikamente oder ionisierende Strahlung, ohne dass dadurch die Migrations- und Invasionsfähigkeit der Krebszellen wesentlich beeinträchtigt wird. Darüber hinaus haben neue Erkenntnisse gezeigt, dass diese Standardbehandlungsmethoden unerwartet die Beweglichkeit und Invasivität überlebender Tumorzellen erhöhen können, wodurch die Bildung von Metastasen ausgelöst oder beschleunigt und das Fortschreiten des Tumors verschlimmert wird. Dieses paradoxe Phänomen kann uns helfen zu verstehen, warum sich die Gesamtüberlebensrate zahlreicher Krebsarten trotz der technologischen Fortschritte bei den chirurgischen Verfahren und den Methoden zur Verabreichung von Medikamenten in den letzten Jahrzehnten kaum verändert hat und nach wie vor inakzeptabel schlecht ist.
Da die bestehenden Therapien nicht ausreichen, um die Prognose von Krebspatienten zu verbessern, werden dringend neue wirksame Behandlungsmöglichkeiten benötigt. Zu diesem Zweck muss der Schwerpunkt von einem rein zytotoxischen Ansatz auf eine Strategie zur Verhinderung von Metastasen verlagert werden, indem die Frage, warum Krebs entsteht und wie man ihn abtötet, durch die Frage ersetzt wird, warum sich Tumore ausbreiten und wie man die Metastasierung verhindern kann. In diesem Buch wird ein konzeptionell neuer Ansatz für die Krebsbehandlung vorgestellt, der sich nicht auf die Abtötung umgewandelter neoplastischer Zellen konzentriert, sondern die Ausbreitung von Tumorzellen in entfernte Organe blockiert und damit das Fortschreiten der bösartigen Erkrankung einschränkt und die Hauptursache der krebsbedingten Sterblichkeit bekämpft. Aus Pflanzen gewonnene Flavonoide könnten ideale Kandidaten für neue antimetastatische Wirkstoffe sein, da sie nicht toxisch sind und die Fähigkeit besitzen, mehrere Schritte der Metastasierungskaskade zu hemmen. Diese polyphenolischen Phytochemikalien wirken durch die Regulierung einer Reihe von mit der Metastasierung zusammenhängenden Signalkaskaden in verschiedenen Tumorzellen, modulieren verschiedene Komponenten der Tumormikroumgebung und dämpfen die Bildung tumorspezifischer Angiogenese. Darüber hinaus kann die Kombination bestimmter Flavonoide mit chirurgischer Resektion, Chemo- oder Strahlentherapie dazu führen, dass die metastasenfördernden Wirkungen dieser konventionellen therapeutischen Modalitäten aufgehoben werden, wodurch sich in Zukunft neue Behandlungsmöglichkeiten für die Krebsbekämpfung ergeben.
Es wird erwartet, dass die Entwicklung von Flavonoiden als antimetastatische Medikamente und ihre Einbeziehung in weitere Krebsbehandlungsstrategien die Prognose von Patienten mit verschiedenen Arten von bösartigen Erkrankungen in einer Zeit, in der die Krebsinzidenz voraussichtlich weltweit kontinuierlich ansteigen wird, erheblich verbessern kann. Dieses Buch sollte von jedem gelesen werden, der an innovativen Fortschritten in der Krebsbehandlung interessiert ist. Aufgrund seiner systemischen Herangehensweise an die zellulären und molekularen Prozesse der Metastasierungskaskade könnte dieses Buch als nützliches, zeitgemäßes Lehrbuch für medizinische Hochschulen und Universitäten zum Studium der Krebsentwicklung, -progression und -verbreitung dienen.