Bewertung:

Phishing for Phools von Akerlof und Shiller untersucht die den freien Märkten innewohnende Manipulation und Täuschung und argumentiert, dass menschliche psychologische Vorurteile zu Marktversagen führen. Die Autoren, beide Nobelpreisträger, stellen zahlreiche Beispiele vor, die zeigen, wie Verbraucher oft von Verkäufern ausgenutzt werden, was zu wirtschaftlichen Entscheidungen führt, die nicht im Interesse der Verbraucher liegen. Während das Buch wichtige Erkenntnisse über das Verbraucherverhalten und die Marktdynamik hervorhebt, wird es für seine Zugänglichkeit, seine Organisation und seinen bisweilen herablassenden Ton kritisiert.
Vorteile:⬤ Bietet wertvolle Einblicke in Verbraucherverhalten und wirtschaftliche Manipulation.
⬤ Von Wirtschaftsnobelpreisträgern verfasst, was die Glaubwürdigkeit der Argumente erhöht.
⬤ Enthält zahlreiche Beispiele aus der Praxis, die das Konzept des „Phishing“ veranschaulichen.
⬤ Plädiert nachdrücklich für die Notwendigkeit einer staatlichen Regulierung zum Schutz der Verbraucher vor Manipulation.
⬤ Einige Leser empfinden den Schreibstil als herablassend und übermäßig vereinfachend.
⬤ Die Gliederung des Inhalts kann verwirrend sein, da viele Beispiele die Hauptaussage überlagern.
⬤ Es wird kritisiert, dass es bestimmten Diskussionen im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Werken an Tiefe mangelt.
⬤ Einige Leser sind der Meinung, dass das Buch prägnanter hätte sein können, da es vor allem wegen der Verweise zu lang ist.
(basierend auf 240 Leserbewertungen)
Phishing for Phools: The Economics of Manipulation and Deception
Warum das System der freien Marktwirtschaft so viel Betrug fördert, obwohl es so viel Gutes schafft
Seit Adam Smith ist es die zentrale Lehre der Wirtschaftswissenschaften, dass freie Märkte wie durch eine unsichtbare Hand für materiellen Wohlstand sorgen. In Phishing for Phools stellen die mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Wirtschaftswissenschaftler George Akerlof und Robert Shiller diese Erkenntnis grundlegend in Frage, indem sie argumentieren, dass Märkte uns sowohl schaden als auch helfen. Solange es Profit zu machen gibt, werden die Verkäufer systematisch unsere psychologischen Schwächen und unsere Unwissenheit durch Manipulation und Täuschung ausnutzen. Anstatt im Wesentlichen gutartig zu sein und immer das größere Wohl zu schaffen, sind die Märkte von Natur aus voller Tricks und Fallen und werden uns als "Idioten" verführen.
Phishing for Phools schlägt daher eine radikal neue Richtung in der Wirtschaftswissenschaft ein, die auf der intuitiven Idee beruht, dass Märkte sowohl geben als auch nehmen. Akerlof und Shiller erwecken diese Idee durch Dutzende von Geschichten zum Leben, die zeigen, wie Phishing jeden betrifft, in fast jedem Lebensbereich. Wir geben unser Geld bis zum Anschlag aus und machen uns dann Sorgen, wie wir die Rechnungen für den nächsten Monat bezahlen sollen. Das Finanzsystem steigt in die Höhe und bricht dann zusammen. Mehr als wir wissen, werden wir von der Werbung angezogen. Unser politisches System ist durch Geld verzerrt. Wir zahlen zu viel für Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Autos, Häuser und Kreditkarten. Pharmafirmen vermarkten auf raffinierte Weise Arzneimittel, die uns wenig nützen und manchmal sogar gefährlich sind.
Phishing for Phools erforscht die zentrale Rolle von Manipulation und Täuschung in jedem dieser Bereiche und in vielen weiteren faszinierend detailliert. Es erklärt damit ein Paradoxon: warum in einer Zeit, in der es uns so gut geht wie nie zuvor in der Geschichte, allzu viele von uns ein Leben in stiller Verzweiflung führen. Gleichzeitig erzählt das Buch Geschichten von Menschen, die sich gegen wirtschaftliche Trickserei gewehrt haben - und wie sie durch mehr Wissen, Reformen und Regulierung eingedämmt werden kann.