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Political Consequences of Crony Capitalism Inside Russia
Dieses Buch untersucht die Koexistenz von Vetternkapitalismus und traditionell demokratischen Institutionen wie politischem Wettbewerb und Wahlen in Russland nach dem Zusammenbruch des Kommunismus.
Diese Kombination, so argumentiert Gulnaz Sharafutdinova, hat zu einem besonderen Muster der politischen Entwicklung im heutigen Russland geführt. Wahlen sollen die Rechenschaftspflicht der Regierung sicherstellen und den Wählern die Möglichkeit geben, eine Regierung zu wählen, die auf ihre Bedürfnisse eingeht, aber im postkommunistischen Russland haben die institutionellen Formen der Demokratie nicht zu den erwarteten Ergebnissen geführt.
Stattdessen wurden die demokratischen Institutionen im Kontext des Vetternwirtschaft-Kapitalismus - in dem informelle Elitegruppen die Politikgestaltung dominieren und die Vorzugsbehandlung durch den Staat, nicht durch die Marktkräfte, für die Anhäufung und den Erhalt von Reichtum entscheidend ist - weitgehend abgewertet und diskreditiert. Wie Scharafutdinowa insbesondere durch ihre genaue Untersuchung der Wahlen in zwei Regionen Russlands, Nischni Nowgorod und der Republik Tatarstan, zeigt, hat der Vetternkapitalismus die Wahlen zu besonders intensiven Kämpfen zwischen den Eliten gemacht. Massive Geldmengen flossen in die Kampagnen, um Kandidaten zu fördern, indem sie ihre Konkurrenten in Misskredit brachten, Geld kaufte Kandidaten und Macht, und die Eliten festigten so ihre Kontrolle.
Infolgedessen nahm die Mehrheit der Bürger Wahlen eher als Mittel der Elite zur Erlangung von Macht und Reichtum wahr, denn als Ausdruck des öffentlichen Willens. Durch ihre detaillierten Fallstudien und ihre Analysen des heutigen Russlands im Allgemeinen argumentiert Scharafutdinowa überzeugend, dass die Hinwendung zum Autoritarismus, die mit Wladimir Putin assoziiert wird und von einer Mehrheit der russischen Bürger unterstützt wird, eine negative politische Reaktion auf das Zusammenspiel von Wahlprozessen und Vetternwirtschaft war.