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Popular Music in Contemporary Bulgaria: At the Crossroads
Die bulgarische Populärmusik, die Bedeutungen, die sie zum Ausdruck bringt, und die Infrastrukturen ihrer Entstehung bewegen sich in einem Netz gegenseitiger Abhängigkeiten mit sich verändernden sozialen und politischen Kontexten. Am Rande Europas, zwischen den kulturellen Konstrukten des "Ostens" und des "Westens" gelegen, verhandelt die bulgarische Populärmusik die Komplexität der wahrgenommenen "globalen" Werte und der Besonderheiten des "Lokalen".
In diesem Buch wird ein ethnografischer Ansatz mit qualitativen Methoden verfolgt, um durch die Beteiligung von Musikkünstlern, Kritikern, Geschäftsleuten, Urheberrechtsspezialisten und jungen Zuhörern ein Mosaik von Perspektiven zu schaffen. Es verwendet die Metapher des "Scheidewegs", um die Realitäten des zeitgenössischen bulgarischen Populärmusikbereichs zu beschreiben, der sich inmitten der langwierigen Übergänge nach der kommunistischen Ära entwickelt hat. Im Kontext der Kämpfe um den sozialen Wandel hat die populäre Musik an der Schaffung von Ritualen und Symbolen des Protests und Widerstands mitgewirkt. Gleichzeitig eröffnete das neue Marktumfeld der Populärmusik die Möglichkeit, ein Geschäftskonzept für die Produktion standardisierter Inhalte zu formulieren.
Der Balkan ist ein Schmelztiegel der Musiktraditionen, wird aber auch als pathologisch anders als das übrige Europa dargestellt. Dieses Buch legt nahe, dass ein verinnerlichtes negatives Stereotyp der bulgarischen Populärmusik eine stillschweigende Komplexität verleiht, während gleichzeitig ausdrucksstarke Identitätsmerkmale wie Folklore und Sprache gefeiert werden.