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Post-Truth
(Wie wir in einer Post-Wahrheits-Ära angekommen sind, in der "alternative Fakten" tatsächliche Fakten ersetzen und Gefühle mehr Gewicht haben als Beweise).
Leben wir in einer Post-Wahrheits-Welt, in der "alternative Fakten" tatsächliche Fakten ersetzen und Gefühle mehr Gewicht haben als Beweise? Wie sind wir hierher gekommen? In diesem Band der MIT Press Essential Knowledge-Reihe zeichnet Lee McIntyre die Entwicklung des Post-Wahrheits-Phänomens nach, von der Wissenschaftsleugnung über den Aufstieg von "Fake News", von unseren psychologischen blinden Flecken bis hin zum Rückzug der Öffentlichkeit in "Informationssilos".
Was genau ist die Postwahrheit? Ist es Wunschdenken, politischer Spin, Massenwahn, unverfrorene Lüge? McIntyre analysiert aktuelle Beispiele - Behauptungen über die Größe der Menschenmenge bei der Amtseinführung, Verbrechensstatistiken und Volksabstimmungen - und kommt zu dem Schluss, dass es sich bei der Postwahrheit um eine Behauptung ideologischer Vorherrschaft handelt, mit der ihre Vertreter versuchen, jemanden zu zwingen, etwas zu glauben, ungeachtet der Beweise. Die Leugnung wissenschaftlicher Fakten über das Rauchen, die Evolution, Impfstoffe und den Klimawandel bietet einen Fahrplan für die Leugnung von Fakten in größerem Umfang. Hinzu kommen die kognitiven Verzerrungen, die uns das Gefühl geben, dass unsere Schlussfolgerungen auf guten Argumenten beruhen, auch wenn dies nicht der Fall ist, der Niedergang der traditionellen Medien und der Aufstieg der sozialen Medien sowie das Aufkommen von Fake News als politisches Instrument - und schon haben wir die idealen Bedingungen für die Postwahrheit. McIntyre argumentiert auch provokativ, dass der rechte Flügel bei seinen Angriffen auf Wissenschaft und Fakten Anleihen bei der Postmoderne gemacht hat - insbesondere bei der Idee, dass es so etwas wie objektive Wahrheit nicht gibt.
McIntyre argumentiert, dass wir die Postwahrheit bekämpfen können, und dass der erste Schritt im Kampf gegen die Postwahrheit darin besteht, sie zu verstehen.