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Posttraumatic Growth: Positive Changes in the Aftermath of Crisis
Das, was uns nicht umbringt, macht uns stärker. (Nietzsche)
Das Phänomen positiver persönlicher Veränderungen nach verheerenden Ereignissen ist seit der Antike bekannt, wurde aber von den heutigen Psychologen und Psychiatern, die sich eher auf die negativen Folgen von Stress konzentriert haben, kaum beachtet.
In den letzten Jahren haben sich Erkenntnisse aus verschiedenen Bereichen verdichtet, die auf die Realität und die allgegenwärtige Bedeutung der Prozesse hindeuten, die die Herausgeber als posttraumatisches Wachstum zusammenfassen. Dieser Band bietet den ersten umfassenden Überblick über diese Prozesse. Die Autoren befassen sich mit einer Vielzahl von Traumata - darunter Trauerfälle, körperliche Behinderungen, unheilbare Krankheiten, Kampfhandlungen, Vergewaltigungen und Naturkatastrophen -, nach denen von Wachstumserfahrungen berichtet wurde.
Wie kann man Menschen, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung leiden, am besten helfen? Was bedeutet "Resilienz" angesichts eines hohen Risikos? Welche Persönlichkeitsmerkmale erleichtern das Wachstum? Inwieweit ist eine Veränderung der Persönlichkeit im Erwachsenenalter möglich? Wie können Konzepte wie Glück und Selbstverwirklichung operationalisiert werden? Welche Rolle spielen veränderte Glaubenssysteme, Schemata oder "angenommene Welten" für eine positive Anpassung? Ist eine "Stress-Impfung" möglich? Wie werden spirituelle Überzeugungen für viele Menschen, die von einem Trauma betroffen sind, zentral, und wie hängen posttraumatisches Wachstum und die Genesung von Drogenmissbrauch oder die Krisen schwerer körperlicher Erkrankungen zusammen?
Solche Fragen beschäftigen nicht nur die kürzlich definierte und wachsende Gruppe der "Traumatologen", sondern auch Therapeuten aller Art, Persönlichkeits- und Sozialpsychologen, Entwicklungs- und Kognitionsforscher, Spezialisten für Gesundheitspsychologie und Verhaltensmedizin sowie diejenigen, die sich mit Religion und psychischer Gesundheit beschäftigen. Die Bewältigung der Herausforderungen, die sich aus den schlimmsten Erfahrungen des Lebens ergeben, kann neue Chancen für die individuelle und gesellschaftliche Entwicklung eröffnen. Das Wissen um Menschen, die in ihrem Leben positive Veränderungen entdecken oder wahrnehmen, kann die Probleme derjenigen erhellen, die weiterhin leiden.
Posttraumatisches Wachstum wird den Dialog zwischen Persönlichkeits- und Sozialpsychologen und Klinikern anregen und die theoretischen Grundlagen und die klinische Agenda von Forschern und Praktikern gleichermaßen beeinflussen.