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Prophets of the Posthuman: American Fiction, Biotechnology, and the Ethics of Personhood
Prophets of the Posthuman bietet eine neue und originelle Lesart fiktionaler Erzählungen, die die Frage aufwerfen, was es bedeutet, angesichts der sich rasch entwickelnden Bio-Enhancement-Technologien ein Mensch zu sein. Christina Bieber Lake argumentiert, dass die Werke von Nathaniel Hawthorne, Walker Percy, Flannery O'Connor, Toni Morrison, George Saunders, Marilynne Robinson, Raymond Carver, James Tiptree Jr.
und Margaret Atwood im Hinblick auf ihre Beiträge zu größeren ethischen Fragen neu bewertet werden müssen. Unter Rückgriff auf ein breites Spektrum von Quellen aus der philosophischen und theologischen Ethik behauptet Lake, dass diese Schriftsteller das Engagement für die Aufrechterhaltung einer Kategorie des Personseins teilen, die bedeutungsvoller ist als die, die die utilitaristische Ethik zulässt. Prophets of the Posthuman besteht darauf, dass die Literatur diese Rolle übernehmen muss, da die Technologie niemals die Frage stellen kann, ob wir etwas tun sollten, wozu wir die Macht haben.
In jedem Kapitel dieser interdisziplinären Studie wird ein typisches ethisches Szenario in Bezug auf die Technologie zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit beschrieben und dann aufgezeigt, wie ein belletristisches Werk dieses Szenario auf einzigartige Weise anspricht, indem es einen Bereich menschlicher Motivationen aufdeckt, der andernfalls übersehen oder vereinfacht werden könnte. Anhand der Visionen der von ihr besprochenen Autoren enthüllt Lake eine tiefgreifende Kritik an der Vorherrschaft der persönlichen Autonomie als Amerikas meistgeschätztem Wert.
Dieser Aufstieg, gepaart mit den glamourösen Glücksversprechen der Technologie, trägt dazu bei, ein utilitaristisches Menschenbild zu formen, das ein verantwortungsbewusstes ethisches Verhalten im Umgang miteinander fast unmöglich macht. Prophets of the Posthuman zeigt die wesentliche Rolle auf, die die Literatur in der anhaltenden Diskussion darüber spielen muss, was es bedeutet, in einer posthumanen Welt ein Mensch zu sein.