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Protagoras and Logos: A Study in Greek Philosophy and Rhetoric
Bewertet die philosophischen und pädagogischen Beiträge von Protagoras neu
Protagoras und Logos fasst die Beiträge und die Rhetorik des ersten und berühmtesten der Älteren Sophisten, Protagoras von Abdera, in einer sinnvollen Synthese zusammen. Die meisten Darstellungen von Protagoras beruhen auf den eher feindseligen Berichten von Platon und Aristoteles. Indem sie sich auf Protagoras' eigene überlieferte Worte konzentriert, korrigiert diese Studie viele seit langem bestehende Fehlinterpretationen und präsentiert wichtige Fakten: Protagoras war ein philosophischer Denker ersten Ranges, der die Theorien von Platon und Aristoteles positiv beeinflusste, und Protagoras war ein Pionier der Sprachwissenschaft und der erste Theoretiker der Rhetorik. Das Buch veranschaulicht nicht nur wertvolle Methoden zum Übersetzen und Lesen griechischer Texte aus dem fünften Jahrhundert v. Chr., sondern liefert auch Beweise für die wichtige philologische Schlussfolgerung, dass das griechische Wort, das mit Rhetorik übersetzt wurde, eine Prägung von Platon aus dem frühen vierten Jahrhundert ist.
In dieser zweiten Auflage bewertet Edward Schiappa die philosophischen und pädagogischen Beiträge von Protagoras neu. Schiappa argumentiert, dass die traditionellen Darstellungen von Protagoras durch falsche Annahmen über die Sophisten und die Lehre der Rhetorik im fünften Jahrhundert beeinträchtigt werden. Er zeigt, dass die so genannten Älteren Sophisten im Gegensatz zur Tradition die Fertigkeiten des Logos erforschten und lehrten, was den modernen Vorstellungen von kritischem Denken näher steht als denen von überzeugender Rhetorik. Schiappa bietet auch Interpretationen für jedes der wichtigsten erhaltenen Fragmente des Protagoras und untersucht Protagoras' Beiträge zur Theorie und Praxis der griechischen Bildung, Politik und Philosophie. In einem neuen Nachwort geht Schiappa auf historiographische Fragen ein, die die Rhetorikwissenschaftler in den letzten zehn Jahren beschäftigt haben, und er verweist in der gesamten Studie auf wissenschaftliche Arbeiten des letzten Jahrzehnts, die seine Ansichten über Protagoras und andere Sophisten verfeinert haben.