Bewertung:

E.L. Doctorows „Ragtime“ verwebt meisterhaft historische und fiktive Charaktere, die im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts angesiedelt sind, und erforscht Themen des sozialen Wandels, der Ethnie, der Klasse und der Identität. Während der Erzählstil für seinen Rhythmus und seine Tiefe gelobt wird, empfinden einige Leser Aspekte des Tempos und der Entwicklung der Handlung als weniger zufriedenstellend.
Vorteile:Der Roman hat einen Bezug zu zeitgenössischen Themen, bietet eine reiche Mischung aus realen und fiktiven Charakteren und vermittelt erfolgreich die historische Epoche. Die Leserinnen und Leser schätzen den Erzählstil, die thematische Erkundung und die emotionale Resonanz der Coalhouse Walker-Geschichte. Viele halten das Buch aufgrund seiner Tiefe und seines Diskussionspotenzials für eine gute Wahl für Buchclubs.
Nachteile:In einigen Rezensionen werden Probleme mit dem Tempo und der manchmal langwierigen Entwicklung der Handlung angeführt. Der abgehackte Prosa-Stil und das Fehlen von Anführungszeichen bei Dialogen kann ablenken. Der Fokus auf die Charaktere schwankt, so dass manche das Gefühl haben, dass bestimmte Handlungsstränge unvollendet sind oder es ihnen an Tiefe fehlt. Einige Leser werden feststellen, dass man sich für die Geschichte des 20. Jahrhunderts interessieren muss, um das Buch zu verstehen.
(basierend auf 407 Leserbewertungen)
(Von der Modern Library als einer der 100 besten Romane aller Zeiten ausgewählt)
Ragtime wurde 1975 veröffentlicht und veränderte unsere Vorstellung davon, was ein Roman sein könnte. Als außergewöhnlicher Wandteppich fängt Ragtime den Geist Amerikas in der Zeit zwischen der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg ein.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1906 in New Rochelle, New York, im Haus einer wohlhabenden amerikanischen Familie. An einem faulen Sonntagnachmittag steuert der berühmte Entfesselungskünstler Harry Houdini sein Auto gegen einen Telefonmast vor dem Haus. Und wie von Zauberhand verschwindet die Grenze zwischen Fantasie und historischen Fakten, zwischen realen und imaginären Figuren. Henry Ford, Emma Goldman, J. P. Morgan, Evelyn Nesbit, Sigmund Freud und Emiliano Zapata tauchen in der Geschichte auf und kreuzen ihre Wege mit Doctorows imaginärer Familie und anderen fiktiven Figuren, darunter ein eingewanderter Hausierer und ein Ragtime-Musiker aus Harlem, dessen Beharren auf einem Punkt der Gerechtigkeit ihn zu revolutionärer Gewalt treibt.