Bewertung:

Das Buch „Predatory States: Operation Condor and Covert War in Latin America“ von J. Patrice McSherry ist gründlich recherchiert und dokumentiert die Beteiligung der USA am Staatsterrorismus in Lateinamerika in den 1970er Jahren, insbesondere durch die Operation Condor. Der Autor integriert historische Zusammenhänge, detaillierte Dokumentationen und Zeugenaussagen von Opfern, um einen umfassenden Überblick über dieses dunkle Kapitel der Geschichte zu geben. Einige Rezensenten bemängelten jedoch eine vermeintliche Voreingenommenheit des Autors bei der Darstellung der US-Beteiligung.
Vorteile:⬤ Gründliche Recherche und akribische Dokumentation
⬤ gut belegt mit Fußnoten zur Verifizierung
⬤ fesselnder historischer Kontext
⬤ enthält Zeugnisse aus erster Hand und Berichte von Überlebenden
⬤ wichtige Einblicke in die US-Außenpolitik und ihre Auswirkungen in Lateinamerika
⬤ klare und übersichtliche Prosa, die für den Leser zugänglich ist.
Einige Rezensenten kritisieren die vermeintliche Voreingenommenheit der Autorin und vermuten, dass sie von einer Theorie ausgeht, wonach die USA die Hauptschuld tragen, und anschließend nach Beweisen sucht, die diese Ansicht untermauern; sie befürchten, dass die zitierten Dokumente nicht schlüssig beweisen, dass die USA bei der Operation Condor eine führende Rolle gespielt oder Unterstützung geleistet haben.
(basierend auf 8 Leserbewertungen)
Predatory States: Operation Condor and Covert War in Latin America
Diese aussagekräftige Studie zeigt die Schlüsselrolle der USA beim Staatsterrorismus in Lateinamerika während des Kalten Krieges auf. Lange Zeit vor der Öffentlichkeit verborgen, war die Operation Condor ein militärisches Netzwerk, das in den 1970er Jahren geschaffen wurde, um politische Gegner lateinamerikanischer Regime auszuschalten.
Die wichtigsten Mitglieder waren die antikommunistischen Diktaturen Chiles, Argentiniens, Uruguays, Boliviens, Paraguays und Brasiliens, denen sich später auch Peru und Ecuador anschlossen, mit verdeckter Unterstützung durch die US-Regierung. Auf der Grundlage einer Fülle von Zeugenaussagen, freigegebenen Akten und lateinamerikanischen Primärquellen untersucht J. Patrice McSherry die Operation Condor aus zahlreichen Blickwinkeln: ihre geheimen Strukturen, Geheimdienstnetzwerke, verdeckte Operationen gegen Dissidenten, politische Morde weltweit, Kommandeure und Agenten, Verbindungen zum Pentagon und zur CIA sowie die Ausdehnung auf Mittelamerika in den 1980er Jahren.
Der Autor zeigt überzeugend, wie die Operation Condor mit extralegalen und terroristischen Methoden grenzüberschreitend politische Gegner jagte, festnahm und hinrichtete. McSherry argumentiert, dass Condor innerhalb oder parallel zu den Strukturen des größeren, von den USA geführten interamerikanischen Militärsystems funktionierte und dass freigegebene US-Dokumente deutlich machen, dass US-Sicherheitsbeamte Condor als legitime und nützliche "Antiterror"-Organisation betrachteten.
Es werden neue Details der Condor-Operationen und neue Beweise für Verbindungen zu den USA enthüllt. Dieses kontroverse Werk bietet eine originelle Analyse des Einsatzes geheimer Parallelarmeen in westlichen Strategien zur Aufstandsbekämpfung.
Es wird ein klarer Aufruf an alle Leser sein, die langfristigen Folgen von geheimen Operationen im Namen der "Demokratie" zu bedenken.