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Travel and Travail: Early Modern Women, English Drama, and the Wider World
Populäre englische Reiseführer aus dem sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert behaupteten, dass Frauen, die zu weit in die Ferne zogen, stets misstrauisch, unehrlich und unkeusch waren. Wie die Aufsätze in Travel and Travail jedoch zeigen, reisten Frauen in der frühen Neuzeit, und zwar oft recht ausgiebig, ohne dass dies ihre Moralvorstellungen schmälerte.
Weibliche Reisende wurden auch häufig auf der englischen Bühne und in anderen kreativen Werken dargestellt, sowohl als Vorwurf gegen das Verbot weiblicher Reisen als auch als Spiegelbild historischer Frauenreisen, ob beabsichtigt oder nicht. Travel and Travail widerlegt schlüssig die Vorstellung vom weiblichen Reisen in der frühen Neuzeit als "abwesender Präsenz". "Der erste Teil des Bandes bietet Analysen weiblicher Reisender (oft kürzlich verwitwet oder in Begleitung ihrer Ehemänner), der praktischen Aspekte des weiblichen Reisens und der Art und Weise, wie Frauen fremde Orte erleben sollten.
Der zweite Teil wendet sich der Literatur zu, unter anderem mit Diskussionen über reisende Frauen bei Shakespeare, Margaret Cavendish und Thomas Heywood. Ob historische Akteure oder fiktive Figuren, Frauen spielten in der weiten Welt der globalen Renaissance eine Rolle, nicht nur am heimischen Herd.