
Religious Intimacies: Intersubjectivity in the Modern Christian West
Religionswissenschaftler haben einen langen Weg zurückgelegt, seit William James die Religion als eine Angelegenheit zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer bezeichnete. Seit Jahrzehnten achten sie auf die Art und Weise, wie Religion als Produkt umfassender sozialer Kräfte Gestalt annimmt, und konzentrieren sich auf die Dynamik von Macht und Kultur als Heuristik für das Verständnis religiöser Phänomene und Erfahrungen.
Was könnten sie jedoch übersehen, wenn sie sich zu schnell von einem interpretativen Extrem zum anderen bewegen - und was könnten wir über Religion lernen, wenn wir in dem Zwischenraum zwischen dem Individuum in seiner Einsamkeit und der Gesellschaft als Ganzes verbleiben?
Religious Intimacies, herausgegeben von Mary Dunn und Brenna Moore, bringt neun Wissenschaftler des modernen Christentums zusammen, um diesen Zwischenraum zu untersuchen. In Aufsätzen, die von den Beziehungen zwischen Jesuiten und Ureinwohnern im frühneuzeitlichen Kanada bis hin zur Erotik der zeitgenössischen schwarzen Theologie reichen, plädieren die Autoren dafür, die Präsenz und die Macht affektiver Bindungen und relationaler Dynamiken zwischen Freunden, Liebhabern und vertrauten Personen (sogar Dingen) als entscheidend für das Verständnis von Religion zu betrachten.