Bewertung:

Gillian Kellys Buch erforscht das Leben und die Karriere von Robert Taylor, einem prominenten, aber heute etwas vergessenen Hollywood-Star. Es beleuchtet Taylors Weg von einem gut aussehenden jungen Mann zu einem reifen Schauspieler und untersucht sowohl seine Filme als auch den kulturellen Kontext seiner Zeit. Obwohl das Buch akademisch streng und interessant ist, wurde es wegen faktischer Ungenauigkeiten und mangelnder Tiefe bei der Erforschung von Taylors Sexualität kritisiert.
Vorteile:Das Buch ist gut geschrieben und methodisch recherchiert und bietet einen detaillierten Blick auf Taylors Karriere und ihre kulturelle Bedeutung. Es bietet Einblicke in den Wandel Hollywoods während Taylors Karriere und hebt verschiedene Aspekte von Männlichkeit und männlicher Schönheit hervor. Die Erforschung von Taylors Persona ist für Filmfans und Wissenschaftler von großem Wert.
Nachteile:Es gibt einige sachliche Ungenauigkeiten, darunter Rechtschreibfehler und falsche Zuschreibungen. Der Autor wurde für die Verwendung von Jargon kritisiert, der den Text schwer lesbar machen kann. Darüber hinaus sind einige Rezensenten der Meinung, dass Taylors Sexualität nicht ausreichend behandelt wird, was angesichts des Schwerpunkts des Buches auf Männlichkeit überraschend ist. Insgesamt ist es vielleicht nicht die endgültige Studie, die sich einige erhofft haben.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Robert Taylor: Male Beauty, Masculinity, and Stardom in Hollywood
Aufgrund seines umfangreichen Lebenslaufs, der fast achtzig Auftritte in Filmen wie Camille und Waterloo Bridge sowie eine Ehe und Scheidung mit der Schauspielerin Barbara Stanwyck umfasst, war Robert Taylor eine zentrale Figur der klassischen Ära Hollywoods. Trotzdem kann man ihn als "verlorenen" Star bezeichnen, ein interessanter Widerspruch angesichts des anhaltenden Erfolgs, den er zu Lebzeiten hatte.
In Robert Taylor: Male Beauty, Masculinity, and Stardom in Hollywood untersucht die Autorin Gillian Kelly die anfängliche Konstruktion und die späteren Entwicklungen von Taylors Star-Persona während seiner fünfunddreißigjährigen Karriere. Durch die Untersuchung von Konzepten männlicher Schönheit, Männern als Objekt des erotischen Blicks, weißer amerikanischer Männlichkeit und der ungewöhnlichen Langlebigkeit einer Karriere, die ursprünglich auf dem Aussehen beruhte, beleuchtet Kelly, wie Geschlecht, Männlichkeit, männliche Stars und der Alterungsprozess Taylors Karriere beeinflussten. Die Studie ordnet Taylor in die Geschichte sowohl der klassischen Ära Hollywoods als auch des Amerikas der Mitte des 20. Jahrhunderts ein und verortet ihn fest in den breiteren industriellen, kulturellen und sozioökonomischen Kontexten, in denen er arbeitete.
Kelly untersucht Taylors Film- und Fernseharbeiten sowie ephemeres Material, wie z. B. Fan-Magazine, um zu beurteilen, wie seine On- und Off-Screen-Persönlichkeiten im Laufe der Zeit geschaffen und entwickelt wurden. Mit einem größtenteils chronologischen Ansatz ordnet Kelly Taylors Persona in bestimmte historische Momente ein, um das komplexe Paradoxon aufzuzeigen, dass sein Image beständig erkennbar blieb und sich gleichzeitig innerhalb der Hollywood-Industrie nahtlos veränderte. Darüber hinaus untersucht sie Taylors Bedeutung für das Hollywood-Kino, indem sie aufzeigt, wie eine Star-Persona wie die seine so gut und so lange "passen" kann, dass sie fast unsichtbar und schließlich fast vergessen wird.