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Romanticism and Colonial Disease
Die koloniale Erfahrung wurde durch Krankheiten tiefgreifend beeinflusst, da die Menschen durch die Expansion mit neuen und tödlichen Krankheiten in Kontakt kamen. Krankheitserreger wurden in einem Ausmaß ausgetauscht, wie es zuvor noch nie der Fall war. Die einheimischen Bevölkerungen wurden durch eine Welle von Krankheiten aus der Alten Welt nach der anderen dezimiert. Im Gegenzug litten die Kolonisten unter Krankheiten und einer viel höheren Sterblichkeitsrate als in ihren Heimatländern. Nicht nur die Krankheit, sondern auch die Vorstellung von Krankheit und die Reaktion auf sie beeinflusste sowohl die Kolonisatoren als auch die Kolonisierten zutiefst.
In Romanticism and Colonial Disease (Romantik und koloniale Krankheit) konzentriert sich Alan Bewell auf die britische Reaktion auf koloniale Krankheiten, als medizinische und literarische Autoren in einem Zeitraum vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten, diese neue Welt der Krankheit zu verstehen. Bewell stellt fest, dass diese Literatur von einer zunehmenden Besorgnis über die globalen Dimensionen von Krankheiten und die epidemiologischen Kosten des Imperiums geprägt war. Der Kolonialismus durchdrang das Herz der romantischen Literatur und wirkte sich nicht nur auf das Krankheitsverständnis der Romantiker aus, sondern auch auf ihr Verständnis von Englands Position in der kolonialen Welt.
Romanticism and Colonial Disease ist die erste umfassende Studie über die massiven Auswirkungen kolonialer Krankheiten auf die britische Kultur während der Romantik. Sie zeichnet die Entstehung der Idee von der kolonialen Welt als einem pathogenen Raum nach, der einer Heilung bedarf, und untersucht die Rolle von Krankheiten bei der Entstehung und Auflösung nationaler Identitäten.