Bewertung:

Das Buch bietet eine eingehende Untersuchung der sowjetischen Wirtschaftsspionage in den 30er und 40er Jahren und zeigt deren Auswirkungen auf die amerikanische Gesellschaft und Regierung auf. Es beginnt zwar langsam, aber die detaillierten Informationen helfen, das Interesse des Lesers aufrechtzuerhalten und führen zu bedeutenden „Aha“-Momenten.
Vorteile:⬤ Gut recherchiert mit umfangreichen Informationen
⬤ fesselnder Schreibstil, der das Interesse aufrecht erhält
⬤ leicht verständliche Assoziationen zwischen Personen, Orten und Ereignissen
⬤ bietet entscheidende Einblicke in die historische Spionage und ihre Folgen.
Langsamer Anfang, der dem Leser Geduld abverlangen kann.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Red Spies in America: Stolen Secrets and the Dawn of the Cold War
Als die Vereinigten Staaten 1933 diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion aufnahmen, taten sie mehr als nur die Beziehungen zum neuen bolschewistischen Staat zu normalisieren - sie öffneten die Tür für eine ganze Reihe russischer Spione. In den 1930er und 1940er Jahren ernteten sowjetische Ingenieure und Techniker unter dem Deckmantel der internationalen Zusammenarbeit eine reiche Ernte an Informationen aus unseren Industrieanlagen. Fabrikpläne, Flugzeugbaupläne, Treibstoffformeln - all das war Mahlgut für die sowjetische Spionageabteilung. Und das war, wie Katherine Sibley zeigt, erst der Anfang.
Während die meisten Historiker den Beginn des Kalten Krieges mit der Angst der Amerikaner vor einer sowjetischen Weltherrschaft nach dem Zweiten Weltkrieg datieren, zeigt Sibley, dass er eigentlich schon während des Krieges selbst begann. Die Aufdeckung der Atomspionage im Jahr 1943 führte nicht nur zu einer verstärkten Überwachung unserer angeblichen russischen Verbündeten, sondern unterstrich auch das wachsende Misstrauen gegenüber der Sowjetunion, das sich schließlich zu einer regelrechten Feindseligkeit auswachsen sollte.
Sibleys Buch, das durch umfassende neue Recherchen in amerikanischen und sowjetischen Archiven akribisch dokumentiert wurde, ist die bisher detaillierteste Studie über die sowjetische Militär- und Industriespionage und enthüllt, dass die Vereinigten Staaten viel mehr über die sowjetischen Operationen wussten, als bisher bekannt war. Sie berichtet von Spionen wie Steve Nelson und Clarence Hiskey, die Informationen über das Manhattan-Projekt weitergaben, von Maulwürfen innerhalb der Bundesregierung wie Nathan Silvermaster und von sowjetischen Agenten wie Andrei Schevchenko, die Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums zur Preisgabe von High-Tech-Geheimnissen drängten. Gleichzeitig blieben, wie Sibley zeigt, Hunderte von anderen roten Agenten völlig unentdeckt. Erst durch die Enthüllungen von Überläufern und das Knacken sowjetischer Codes in der Nachkriegszeit begannen wir, diese Lücken in unserer nationalen Sicherheit vollständig zu verstehen.
Sibley beschreibt, wie unsere Reaktion auf diese Kriegsspionage eine ganze Generation von "Red-baiting" prägte - mit Loyalitätsprogrammen, schwarzen Listen und den berüchtigten HUAC-Anhörungen - und wie sie die amerikanisch-russischen Beziehungen bis zum heutigen Tag trübt. Sie geht auch auf neuere Fälle ein - John Walker, Jr., Aldrich Ames, Robert Hanssen -, die zeigen, dass die russischen Bemühungen, amerikanische Geheimnisse zu erlangen, bis in unsere Zeit hinein andauern.
Für die Beobachter des Kalten Krieges und die Liebhaber der Spionage ist Sibleys Werk eine klare Darstellung dessen, was wir tatsächlich über die kommunistische Spionage wussten, und ein Vorschlag, wie und warum dieses Wissen auch unser Verständnis der Geheimdienste im Zeitalter des Terrorismus prägen sollte.