Bewertung:

Das Buch bietet eine einzigartige und aufschlussreiche Untersuchung des Antisemitismus, die sich insbesondere auf seine intellektuellen Wurzeln konzentriert. Es unterscheidet zwischen sozialem und politischem Antisemitismus, definiert letzteren als eine gefährliche Ideologie, die zu Verzerrungen neigt, und analysiert sein Fortbestehen im Laufe der Geschichte, insbesondere unter gut ausgebildeten Menschen.
Vorteile:Der Autor bringt ein hohes Maß an philosophischer Bildung in das Thema ein und liefert neue Erkenntnisse über das Phänomen des Antisemitismus. Das Buch definiert und kategorisiert Antisemitismus effektiv in soziale und politische Typen und bietet ein klares Verständnis ihrer Auswirkungen. Es setzt sich auch mit empirischen Behauptungen über Israel und Meinungsfreiheit auseinander und vermeidet dabei Parteinahme.
Nachteile:Manche mögen die Untersuchung des intellektuellen Antisemitismus als beunruhigend oder schwer zu ertragen empfinden, da sie bekannte Persönlichkeiten einbezieht. Die Komplexität des Themas könnte für einige Leser eine Herausforderung darstellen, insbesondere wenn es um nuancierte Argumente in Bezug auf Israel und rechtliche Fragen der Redefreiheit geht.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Blaming the Jews: Politics and Delusion
In den letzten Jahren kam es in den westlichen Ländern zu einer Zunahme von antisemitischem Material in den sozialen Medien und zu Angriffen auf Juden wie dem Anschlag auf die Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh im Jahr 2018. Vieles davon ist nicht auf die persönliche Feindseligkeit dieses oder jenes Individuums gegenüber Juden zurückzuführen, sondern auf das Wiederaufleben des uralten Wahns, dass "die Juden" kollektiv das Weltgeschehen beherrschen und die Wurzel allen Übels in der Welt sind, in Gruppen an beiden Enden der Politik.
In Blaming the Jews bietet der Autor Bernard Harrison eine neue und einzigartige Analyse dieser zweiten und weitaus gefährlicheren Form des Antisemitismus und seines Fortbestehens als kulturelles Phänomen. Er stellt die Annahme in Frage, dass Antisemitismus nur Juden betrifft oder auf sie abzielt, und zeigt auf, dass Antisemitismus, wenn er unerkannt oder unkontrolliert bleibt, potenziell uns allen schadet.
In einer Welt, in der die Rhetorik auf Stereotypen beruht und von politischer Ideologie angetrieben wird, ist es laut Harrison unsere Aufgabe, wachsam zu sein und die Wahnvorstellungen des Antisemitismus und ihre Folgen für Juden und Nicht-Juden gleichermaßen aufzudecken.