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Black Feelings: Race and Affect in the Long Sixties
In der Ausgabe des Negro Digest von 1969 veröffentlichte der junge Dichter des Black Arts Movement, der damals Ameer (Amiri) Baraka hieß, "We Are Our Feeling: Die schwarze Ästhetik". Barakas Betonung der Bedeutung von Gefühlen für das schwarze Selbst war ein Prüfstein für die Art und Weise, wie die schwarze Befreiungsbewegung als Reaktion auf die Politik und die rassistische Gewalt der damaligen Zeit mit Gefühlen umging.
In ihrem jüngsten Buch vertritt die preisgekrönte Autorin Lisa M. Corrigan die Ansicht, dass Black Power ein bedeutendes Reservoir für negative Gefühle, vor allem für schwarzen Pessimismus, bot, um der ständigen physischen Gewalt gegen schwarze Aktivisten und der psychischen Belastung durch politische Enttäuschungen zu widerstehen. Corrigan sieht die Entstehung von Black Power als einen Diskurs schwarzer emotionaler Erfindungen im Gegensatz zur weißen Hoffnung der Kennedy-Ära. So wie die Integration zum vorherrschenden Diskurs des rassischen Liberalismus wurde, der die diskursiven Strukturen in der Mitte des Jahrhunderts prägte, so prägten auch rassische Gefühle die biopolitische Ordnung des postmodernen Lebens in Amerika.
Corrigan untersucht die Diskurse von Martin Luther King, Malcolm X, Stokely Carmichael, Huey Newton, Eldridge Cleaver und anderen Black-Power-Ikonen, die schwarze Gefühle in den Dienst schwarzer politischer Aktionen stellten, und zeichnet nach, wie schwarze Befreiungsaktivisten neue emotionale Repertoires mobilisierten.