Bewertung:

Das Buch „Shinto: A History“ von Helen Hardacre ist eine umfassende und detaillierte Untersuchung der historischen Entwicklung des Shinto und analysiert seine institutionelle und rituelle Kontinuität, insbesondere in Bezug auf den Buddhismus und die japanische Politik. Das Buch wird zwar für seine gründliche Recherche und seine differenzierte Sichtweise gelobt, es wird aber auch darauf hingewiesen, dass es für Neulinge oder Personen ohne Hintergrundwissen in diesem Bereich nicht geeignet ist, da es sehr dicht und komplex sein kann. Einige Leser haben die physische Qualität des Buches kritisiert und Bedenken hinsichtlich der mangelnden Tiefe bei der Erörterung von Zusammenhängen mit der breiteren antiken Geschichte geäußert.
Vorteile:⬤ Gründlich recherchiert und gut argumentiert
⬤ bietet eine nuancierte Geschichte des Shinto und seiner Beziehungen zum Buddhismus und zur japanischen Politik
⬤ setzt sich kritisch mit der bestehenden Shinto-Forschung auseinander
⬤ bietet detaillierte Einblicke in die Entwicklung des Shinto und seinen institutionellen Rahmen.
⬤ Nicht geeignet für Anfänger oder diejenigen, denen es an historischem Hintergrundwissen mangelt
⬤ kann dicht und schwer zu folgen sein
⬤ einige Leser kritisieren, dass es in seiner politischen Analyse und seinen Verbindungen zur alten Geschichte oberflächlich ist
⬤ die physische Qualität des gedruckten Buches ist Berichten zufolge schlecht.
(basierend auf 12 Leserbewertungen)
Shinto: A History
Die renommierte Wissenschaftlerin für japanische Religionen und Kultur Helen Hardacre bietet die erste umfassende Geschichte des Shinto, der alten und lebendigen Tradition, deren farbenfrohe Rituale auch heute noch praktiziert werden. Nach dem Ideal des Shinto regiert ein von Gott abstammender Kaiser durch Rituale, die den Kami genannten Gottheiten dargebracht werden. Diese Rituale werden in unzähligen Schreinen im ganzen Land praktiziert, so dass die lokalen Riten die Zeremonien des Monarchen widerspiegeln. Durch dieses Staatstheater, so die Vorstellung, werden sich die menschliche, die natürliche und die übernatürliche Welt in Harmonie aneinanderreihen und gedeihen.
Der Shinto wird oft als die einheimische Religion Japans bezeichnet. Seine Institutionen, Rituale und Symbole sind in der gesamten Inselnation allgegenwärtig. Aber, was vielleicht überrascht, sowohl seine Religiosität als auch seine japanischen Ursprünge sind in Frage gestellt worden. Hardacre untersucht die Behauptungen über den Shinto als Verkörperung der einheimischen Tradition und über seinen rechtmäßigen Platz im öffentlichen Raum. Shinto wurde im Westen oft als Motor der japanischen militärischen Aggression dargestellt. Bis heute gilt es als Provokation, wenn Regierungsmitglieder den Yasukuni-Schrein in Tokio besuchen, in dem die japanischen Kriegstoten geehrt werden, was die Beziehungen Japans zu China und Korea belastet. Der Yasukuni-Schrein ist ein umstrittenes Thema in der japanischen Politik und in den Außenbeziehungen und zieht zuverlässig eine intensive Medienberichterstattung nach sich. Hardacre vertritt die kontroverse Ansicht, dass es die alliierte Besatzung war, die dieses Stereotyp des Shinto als Kriegsreligion geschaffen hat, obwohl es in Wirklichkeit so war.
Alle Zweige der japanischen Religionen waren Befürworter des Krieges und des Imperialismus.
Die Geschichte und das Wesen des Shinto sind von entscheidender Bedeutung für das Verständnis des heutigen Japan, seiner Politik, seiner internationalen Beziehungen und seiner Gesellschaft. Hardacres meisterhaftes Werk wird in den kommenden Jahren als maßgebliche Referenz dienen.