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Shinto and the State, 1868-1988
Helen Hardacre, eine führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet des religiösen Lebens im modernen Japan, untersucht die Beteiligung des japanischen Staates am und die Manipulation des Shinto von der Meiji-Restauration bis in die Gegenwart. Nirgendwo sonst in der modernen Geschichte finden wir ein so ausgeprägtes Beispiel für die staatliche Förderung einer Religion wie bei Japans Unterstützung des Shinto.
Wie kam es zu dieser Förderung und wie wurde sie aufrechterhalten? Wie wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg abgebaut? Welche Versuche werden heute unternommen, sie zu rekonstruieren? Bei der Beantwortung dieser Fragen zeigt Hardacre, warum staatliche Shinto-Symbole wie der Yasukuni-Schrein und seine Zweigstellen in den Präfekturen immer noch Gegenstand erbitterter Kämpfe darüber sind, wer das Recht hat, ihre Bedeutung zu artikulieren. Während frühere Studien den Schwerpunkt auf die staatliche Bürokratie legten, die für die Verwaltung des Shinto zuständig war, wendet sich Hardacre der Peripherie der japanischen Gesellschaft zu.
Sie zeigt, dass Anführer und Anhänger religiöser Volksbewegungen, unabhängige religiöse Unternehmer, Frauen, die das Prestige ihrer Haushalte steigern wollten, und Männer mit politischen Ambitionen eine Verbindung zum Shinto als nützlich für ihre Selbstdarstellung empfanden; Zivilverwaltungen auf lokaler Ebene und Gemeindeorganisationen haben den Shinto immer wieder als Mittel zur Verbesserung der Aussichten von Provinzgemeinden gefördert. Als Kanal für den Zugang zum Ansehen des Staates hat der Shinto nicht nur die Macht der Mitte der Gesellschaft über die Peripherie, sondern auch die Macht der Peripherie über das Zentrum gestärkt.