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Slavery and the Culture of Taste
Jahrhundert anzunehmen, dass die Sklaverei und die Kultur des Geschmacks - die Welt der Höflichkeit, der Manieren und der Ästhetik - als getrennte und ungleiche Bereiche existierten, die in den Sphären des gesellschaftlichen Lebens nichts miteinander zu tun hatten. Im Gegenteil, Slavery and the Culture of Taste zeigt, dass diese beiden Bereiche der Moderne auf überraschende Weise miteinander verflochten waren. Simon Gikandi durchstreift Großbritannien, den Süden der Vorkriegszeit und die Westindischen Inseln und untersucht umfangreiche Archive, darunter Porträts, zeitgenössische Gemälde, persönliche Erzählungen und Tagebücher. Er veranschaulicht, wie die Gewalt und Hässlichkeit der Sklaverei die Theorien des Geschmacks, die Vorstellungen von Schönheit und die Praktiken der Hochkultur prägten und wie die Unreinheit der Sklaverei die raren Bräuche jener Zeit beeinflusste und heimsuchte.
Gikandi konzentriert sich auf die Art und Weise, wie die Versklavung von Afrikanern und die aus dieser Ausbeutung erzielten Gewinne das Moment des Geschmacks im europäischen - vor allem britischen - Leben ermöglichten und zu einem Wandel der bürgerlichen Vorstellungen von Freiheit und Selbstsein führten. Er untersucht, wie sich diese Zusammenhänge in den immensen Vermögen, die in den Zuckerkolonien Westindiens erwirtschaftet wurden, niederschlugen, das verschwenderische Leben der englischen Barone unterstützten und die Ideale veränderten, die die Subjekte der Mittelklasse definierten. Gikandi erörtert, wie der Besitz von Sklaven die amerikanische Pflanzerschicht in eine neue Aristokratie verwandelte, und beschäftigt sich mit der eigenen Reaktion der Sklaven auf das seltsame Zusammenspiel von modernen Vorstellungen von Freiheit und der Realität der Knechtschaft. Er betont die ästhetischen und kulturellen Prozesse, die von den Sklaven entwickelt wurden, um Räume der Freiheit außerhalb des Regimes von Zwangsarbeit und verkürzter Freizeit zu schaffen.
Durch einen genauen Blick auf die vielen bemerkenswerten Dokumente und Kunstwerke des achtzehnten Jahrhunderts legt Slavery and the Culture of Taste die Spannungen und Widersprüche dar, die eine brutale Praxis und die Unterscheidungen der Zivilisation miteinander verbinden.
-- "Choice".