
Sovereignty Sharing in Fragile States
In fragilen Staaten gehen nationale und internationale Akteure manchmal den folgenschweren Schritt, die Hoheitsgewalt zu teilen, um grundlegende öffentliche Dienstleistungen zu erbringen und die Rechtsstaatlichkeit zu stärken. Die Teilung der Souveränität kann zwar dazu beitragen, Lücken in der Regierungsführung zu schließen, ist aber von Natur aus schwierig und birgt die Gefahr von Redundanzen, Rollenkonflikten und Fehden zwischen den Partnern, wenn ihre Interessen divergieren.
In Sovereignty Sharing in Fragile States (Souveränitätsteilung in fragilen Staaten) beleuchtet John D. Ciorciari, wie und warum diese außergewöhnlichen Joint Ventures geschaffen, konzipiert und umgesetzt werden. Auf der Grundlage umfangreicher Feldforschung in mehreren Ländern und mehr als 150 Interviews mit hochrangigen Vertretern von Regierungen, der UNO, Geberstaaten und der Zivilgesellschaft erörtert Ciorciari, wann eine Souveränitätsteilung gerechtfertigt sein kann und wann sie am ehesten ihre Ziele erreicht. Er argumentiert, dass beides eng miteinander verbunden ist: Die wahrgenommene Legitimität und die anhaltende politische und öffentliche Unterstützung sind der Schlüssel zum Erfolg.
In diesem Buch wird ein breites Spektrum von Vereinbarungen zur Teilung der Souveränität untersucht, darunter hybride Strafgerichte, gemeinsame Polizeivereinbarungen und Initiativen zur Korruptionsbekämpfung in Sierra Leone, Kambodscha, Libanon, Timor-Leste, Guatemala und Liberia. Ciorciari liefert die erste vergleichende Bewertung dieser bemerkenswerten Versuche, Brüche in der Rechtsstaatlichkeit - dem Herzstück eines gut geführten Staates - zu reparieren.