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Building Socialism: The Afterlife of East German Architecture in Urban Vietnam
Nach einem Jahrzehnt amerikanischer Bombenangriffe, die den Norden Vietnams auslöschten, half Ostdeutschland Vietnam in einem Akt sozialistischer Solidarität beim Wiederaufbau.
In Building Socialism untersucht Christina Schwenkel die utopischen Visionen einer Expertengruppe vietnamesischer und ostdeutscher Stadtplaner, die die zerstörte Industriestadt Vinh in eine sozialistische Modellstadt verwandeln wollten. Auf der Grundlage von Archivrecherchen und ethnografischen Untersuchungen in Vietnam und Deutschland mit Architekten, Ingenieuren, Bauarbeitern und Mietern in Vinhs Massenwohnkomplexen untersucht Schwenkel die materiellen und affektiven Dimensionen urbaner Möglichkeiten und den raschen Verfall der neuen gebauten Umwelt von Vinh in ungeplante Obsoleszenz.
Sie analysiert die Spannungen zwischen der angestrebten Infrastruktur und der Unsicherheit der Nachkriegszeit, um zu zeigen, wie Designmodelle und -praktiken, die zwischen dem sozialistischen Norden und dem sich entkolonialisierenden Süden zirkulierten, erheblich verändert wurden, um alternativen kulturellen Logiken und Vorstellungen von urbaner Zukunft Rechnung zu tragen. Indem er den Bau der ersten Planstadt Vietnams und die Folgen des Verfalls und der Umnutzung dokumentiert, argumentiert Schwenkel, dass den ambivalenten und oft unvorhersehbaren Reaktionen auf modernistische Architekturformen Ängste vor der Moderne und der Zukunft des Sozialismus selbst zugrunde lagen.