
Playing as Others: Theology and Ethical Responsibility in Video Games
Keine zeitgenössische Form der Popkultur hat einen so großen sozialen Einfluss wie Videospiele, eine Unterhaltungsindustrie, deren jährliche Umsätze weiter steigen. Gamergate erschütterte die Spieleindustrie, als einzelne Vorfälle von männlichen Spielern, die weibliche Spieleentwickler und Kritiker bedrohten, zu einer anhaltenden Kampagne der Belästigung von Minderheiten und historisch Ausgegrenzten wurden. Diese Ereignisse brachten die politische, ethische und theologische Bedeutung, die in Videospielen und Spielgemeinschaften schlummert, in negativer Weise zum Vorschein, aber die konstruktiven Reaktionen auf die Situation zeigten, dass Videospielentwickler und -konsumenten daran interessiert waren, anders über Spiele zu denken. Im Gefolge von Gamergate wurden die Stimmen derjenigen, die an den Rand gedrängt und als die "Anderen" ignoriert wurden, lauter, und alternative Spielerfahrungen, die ihre Perspektiven widerspiegeln, wurden alltäglicher.
Playing as Others zeichnet die Entwicklung der Videospielkultur als Reaktion auf Marginalisierung nach und untersucht, wie der Inhalt von Videospielen theologische Einsichten und positive ethische Auswirkungen hervorrufen kann. Benjamin Chicka zeigt, wie die Interaktivität und die fesselnden Erzählungen, die durch die neuen Arten von Videospielen geboten werden, eindringliche Lektionen darüber erteilen können, wie man denjenigen zuhört, sie akzeptiert und ihnen hilft, die von der Gesellschaft oft geschädigt oder gänzlich vernachlässigt werden. Indem er Paul Tillichs Theologie der Kultur mit Emmanuel Levinas' ethischem Konzept der Verantwortung gegenüber dem Anderen ins Gespräch bringt, zeigt Chicka, dass Videospiele als Kunstform bei der Überwindung von Entfremdung helfen.
Wenn Kultur, Kunst und Technologie die Macht haben, göttliche Tiefe zu offenbaren, dann bieten Videospiele eine einzigartige Gelegenheit, erlösende Begegnungen von Angesicht zu Angesicht in einer Weise zu fördern, die selbst für die praktischsten Diskussionen über Philosophie und Theologie unmöglich ist. Mit ihren ausgeprägten Charakteren und moralisch anspruchsvollen Geschichten bieten die hier betrachteten Spiele wie Gone Home.
Papers, Please.
Und 1979 Revolution: Schwarzer Freitag, kann ein Mittel zur persönlichen Erfüllung und zum Wunsch nach Gerechtigkeit werden. Für nicht marginalisierte Spieler sind virtuelle Begegnungen Gelegenheiten, auf den Ruf des anderen zu hören und diese Lektion in die reale Welt zu übertragen.