
Dust Off the Gold Medal: Rediscovering Children's Literature at the Newbery Centennial
Die Newbery-Medaille ist die älteste und renommierteste Auszeichnung für Kinderliteratur und wird seit 1922 jährlich von der American Library Association an das Kinderbuch verliehen, das sie für "besonders herausragend" hält. Die mit der Medaille ausgezeichneten Bücher haben einen überragenden Einfluss auf die amerikanische Kinderliteratur und tauchen immer wieder auf den Listen der Verlage, in den Regalen der Bibliotheken und Buchhandlungen sowie in den Lehrplänen der Schulen auf.
Als solche bieten sie einen interessanten Einblick in die Geschichte der amerikanischen Kinderliteratur und des Verlagswesens sowie in die sich wandelnden gesellschaftlichen Einstellungen darüber, welche Bücher für Amerikas Schulkinder "am besten" sind. Dennoch haben Literaturwissenschaftler die Medaillengewinner in ihrer Forschung unverhältnismäßig stark vernachlässigt. Dieser Band bietet eine kritische und historisch fundierte wissenschaftliche Analyse repräsentativer, aber wenig untersuchter Newbery-Medaillen-Bücher aus den 1920er bis 2010er Jahren und hinterfragt die Diskrepanz zwischen der Allgegenwart und dem Einfluss dieser Bücher einerseits und dem kritischen Schweigen über sie andererseits.
Dust Off the Gold Medal ist ein Plädoyer für die Schließung dieser wissenschaftlichen Lücken, indem es die Einblicke vernachlässigter Texte in die Politik der Preisverleihung für Kinderliteratur aufzeigt und demonstriert, wie vernachlässigte Titel kritische Debatten erhellen, die derzeit im Mittelpunkt des Feldes der Kinderliteratur stehen. Die Aufsätze beleuchten insbesondere die verborgenen Elemente der Vielfalt, die im vernachlässigten Newbery-Kanon zu finden sind, und zeigen, wie die Bücher - manchmal auf recht subtile Weise - auf die zeitgenössischen Probleme in Bezug auf Ethnie, Klasse, Geschlecht, Behinderung, Nationalismus und Globalismus reagieren.