Steeltown U.S.A.: Arbeit und Erinnerung in Youngstown

Bewertung:   (4,2 von 5)

Steeltown U.S.A.: Arbeit und Erinnerung in Youngstown (Lee Linkon Sherry)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Das Buch bietet eine tiefgreifende Erkundung von Youngstown, Ohio, und konzentriert sich dabei auf die Geschichte der Stadt als Stahlstadt, die Auswirkungen der Deindustrialisierung und das kollektive Gedächtnis der Einwohner. Es bietet eine Mischung aus Nostalgie und kritischer Reflexion über soziale Themen wie Klasse, Ethnie und Wirtschaft, während es auch die Kämpfe und die Widerstandsfähigkeit der Stadt thematisiert.

Vorteile:

Die Leser fanden das Buch faszinierend und fesselnd, und viele lobten die gut recherchierte Darstellung der Geschichte von Youngstown und der Auswirkungen der Stahlproduktion. Es weckte bei denjenigen, die in dieser Gegend aufgewachsen sind, starke Erinnerungen und bot eine aufschlussreiche Analyse des sozialen und wirtschaftlichen Wandels, den die Stadt erlebte. Den Autoren wird zugute gehalten, dass sie die Härten der Deindustrialisierung ohne Moralisierung dargestellt haben, was die Erzählung stark und nachvollziehbar macht.

Nachteile:

Einige Rezensenten merkten an, dass das Buch etwas philosophisch und abstrakt sein kann, mit einem starken Fokus auf Erinnerung und Repräsentation, was vielleicht nicht alle Leser anspricht. Kritik gab es auch an der Darstellung der Stahlarbeiter durch die Autoren, die von einigen als zu romantisch oder zu vereinfachend empfunden wurde. Außerdem empfanden einige Leser den Text als zu dicht oder zu schwer für ein lockeres Lesen.

(basierend auf 12 Leserbewertungen)

Originaltitel:

Steeltown U.S.A.: Work and Memory in Youngstown

Inhalt des Buches:

Youngstown, Ohio, und sein berühmter Jeannette-Hochofen, einst das Symbol einer robusten Stahlindustrie und Arbeiterwirtschaft, sind zu Schlüsselsymbolen in der tragischen Geschichte der amerikanischen Deindustrialisierung geworden. Sherry Lee Linkon und John Russo untersuchen die unvermeidlichen Spannungen zwischen diesen widersprüchlichen Visionen, die nach wie vor große Macht über die Bürger von Steeltown ausüben, während sie darum kämpfen, ihr Leben neu zu definieren.

Als die Jenny 1978 geschlossen wurde, verloren 50.000 Arbeiter in Youngstown ihren Arbeitsplatz und damit das Herz der lokalen Wirtschaft. Selbst als die Gemeinde einen landesweit anerkannten Einsatz zur Rettung der Mühlen organisierte, wurde die Stadt von wirtschaftlicher Verwüstung, ausufernder Kriminalität und Mafia-Skandalen erschüttert - Probleme, die auch fünfundzwanzig Jahre später noch bestehen. Inmitten dieser Kämpfe blieb die Jenny als stolzes Symbol für die glorreichen Tage der Gemeinde bestehen und ist immer noch eine dominierende Kraft bei der Konstruktion der individuellen und kollektiven Identität in Youngstown.

Sherry Lee Linkon und John Russo konzentrieren sich auf Geschichten und Bilder, die das Selbstverständnis von Youngstown als Gemeinschaft widerspiegeln und fortschreiben, und haben eine kulturhistorische Studie über die Beziehung zwischen Gemeinschaft, Erinnerung, Arbeit und Konflikt verfasst. Anhand von Texten, Bildern, Skulpturen, Filmen, Liedern und Interviews mit Menschen, die in Youngstown gelebt und gearbeitet haben, zeigen die Autoren, wie wichtig die Erinnerung für die kollektive Identität eines Ortes ist.

Steeltown, U. S. A. ist ein reichhaltig entwickeltes Porträt eines Ortes, das zeigt, wie Bilder der Jenny und von Youngstown in den nationalen Medien verwendet wurden, und diese Darstellungen mit der breiteren öffentlichen Diskussion über Arbeit und Ort verbindet: Bruce Springsteens Song Youngstown, das Buch Journey to Nowhere und andere Artefakte der Popkultur haben dazu beigetragen, Youngstown zum symbolischen Epizentrum der amerikanischen Deindustrialisierung zu machen. Und während viele Menschen die Notwendigkeit sehen, die Vergangenheit zu überwinden und sich der Zukunft zuzuwenden, könnten sie in der Eile, die schwierigen Teile der Geschichte von Youngstown auszulöschen, auch die mächtigen Ereignisse vergessen, die die Stadt so wichtig gemacht haben, wie etwa die Kämpfe für wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit, die das Leben der Stahlarbeiter verbesserten.

Diese facettenreiche Studie über die Bedeutung von Arbeit und Ort in einer Gemeinde zeigt die Beziehungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Mediendarstellungen und Gemeindeleben auf. Wenn wir sehen, wie der Glaube der Menschen in Youngstown an den Wert ihrer Arbeit schwindet, können ihre Geschichten uns nicht nur helfen zu verstehen, wie sich die Bedeutung der Arbeit verändert hat, sondern auch, warum die sich verändernde Bedeutung der Arbeit wichtig ist.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780700612925
Autor:
Verlag:
Sprache:Englisch
Einband:Taschenbuch
Erscheinungsjahr:2002
Seitenzahl:288

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