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Voices from the Heartland: Volume II
Trotz der Fortschritte in den letzten Jahren gilt Oklahoma kaum als frauenfreundlich. Der Bundesstaat hat die höchste Inhaftierungsrate von Frauen in der Nation. Er bietet Frauen keinen rechtlichen Schutz vor Entlassungen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Die amerikanischen Ureinwohner und die Einwanderer kämpfen um den Zugang zu kommunalen Ressourcen. Und Oklahoma wird immer noch überwiegend von Männern regiert, so dass Frauen keine angemessene politische Vertretung haben.
Im Jahr 2007 bot die hochgelobte Anthologie Voices from the Heartland eine dringend benötigte Plattform für Frauen aus Oklahoma - prominente und unbekannte -, um ihre Geschichten zu erzählen. Diese zeitgemäße Fortsetzung spiegelt einen noch breiteren Querschnitt der Erfahrungen von Frauen wider.
Genau wie sein Vorgänger bietet Voices from the Heartland: Volume II denkwürdige Berichte über Kampf und Wandel. Er beschönigt nicht die Probleme, mit denen Frauen im heutigen Oklahoma - und in vielen Teilen des unterprivilegierten Amerikas - konfrontiert sind: Rassismus, Sexismus, Homophobie, Armut, Sucht. Die 38 Beiträge, die hier versammelt sind, sind ehrlich und zuweilen auch roh. Sie behandeln so unterschiedliche Themen wie Mädchenerziehung, Trauma, Arbeitsplatz, Elternschaft, Politik und religiöse Überzeugungen. Zusammengenommen bilden die Aufsätze ein lebendiges Artefakt der Frauengeschichte, das zugänglich ist und sich als Sammelband ideal für den Einsatz im Unterricht eignet.
Im Zuge der #MeToo-Bewegung ist es wichtiger denn je, sich anzuhören, was Frauen über ihr eigenes Leben zu sagen haben, auch - und vielleicht vor allem - Frauen aus überlaufenen Bundesstaaten wie Oklahoma. Wie Sara N. Beam in ihrem Vorwort so wortgewandt schreibt: "Sie werden ihre Geschichten hier so lesen, wie sie sie erzählt haben wollen: in einer Mischung aus Poesie und Prosa, in der Stimme eines Verwandten, in der Stimme einer müden Person am anderen Ende des Pausentisches, in einem heimlichen Schweigen oder in einer Stimme, die der Ihrer besten Freundin oder Mutter nicht unähnlich ist." Diese Stimmen aus dem Landesinneren regen uns dazu an, innezuhalten, zuzuhören, zu verstehen, uns weiterzuentwickeln und etwas zu verändern.