Bewertung:

Nick Hencks Biografie des Subkommandanten Marcos bietet eine eingehende Untersuchung sowohl des Lebens von Marcos als auch der zapatistischen Bewegung und argumentiert für deren Bedeutung als Modell für den zeitgenössischen politischen Aktivismus in Lateinamerika. Das Buch beleuchtet Marcos' Entwicklung von einem Militärführer zu einem Förderer der Basisdemokratie und zeigt, wie die zapatistische Bewegung sowohl lokale als auch globale Machtstrukturen herausforderte.
Vorteile:Das Buch wird für seine umfassende und gut recherchierte Biografie von Subkommandant Marcos gelobt und bietet wertvolle Einblicke in die zapatistische Bewegung und ihre Auswirkungen auf moderne politische Bewegungen in Lateinamerika. Es bietet eine hoffnungsvolle Erzählung über Basisdemokratie und die Umgestaltung revolutionärer Taktiken. Die Leser schätzen die gründliche Dokumentation des Lebens von Marcos und die Bedeutung des zapatistischen Aufstands.
Nachteile:Einige Kritiken konzentrieren sich auf den Mangel an Details darüber, wie Marcos die digitalen Medien effektiv für die zapatistische Sache nutzte, und lassen einige Fragen über die Verbindung zwischen ihren Fernoperationen und dem breiteren Medienengagement unbeantwortet. Außerdem könnte die Betonung des Buches auf Marcos die Beiträge der breiteren zapatistischen Bewegung und ihrer Mitglieder überschatten.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Subcommander Marcos: The Man and the Mask
Am 1. Januar 1994, dem Tag des Inkrafttretens des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens, trat Subkommandant Marcos erstmals auf der Weltbühne auf. Im Morgengrauen verkündete er von einem Rathausbalkon aus, dass die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung mehrere Städte im mexikanischen Bundesstaat Chiapas im Aufstand gegen die Regierung eingenommen hatte; bei Sonnenuntergang war Marcos auf dem Weg, der berühmteste Guerillaführer seit Che Guevara zu werden. In der Folgezeit entwickelte sich der Subkommandant durch eine Reihe von Interviews, Kommuniqués und öffentlichen Auftritten zu einem charismatischen Sprecher des indigenen zapatistischen Aufstands und zu einer Leitfigur der internationalen Anti-Globalisierungsbewegung.
In dieser ersten englischsprachigen Biografie von Subcommander Marcos beschreibt Nick Henck das Denken, die Führungsqualitäten und die Persönlichkeit dieses charismatischen Sprechers der Rebellen. Er zeichnet Marcos' Entwicklung von seiner provinziellen Mittelklasse-Erziehung über seine akademische Laufbahn und sein Eintauchen in die geheime Welt der bewaffneten Guerilla bis hin zu seinem Aufstieg zum legendären Subcommander nach. Henck geht der Frage nach, was einen weltgewandten Universitätsprofessor dazu veranlasste, ein bequemes Leben in Mexiko-Stadt zugunsten eines entbehrungsreichen Lebens als Guerillero im bergigen Dschungel von Chiapas aufzugeben, und er untersucht, wie Marcos zu einem Medium wurde, durch das die verarmten indigenen Mexikaner mit der Welt kommunizieren konnten.
Henck erforscht sowohl das berühmte Mediengeschick des Rebellenführers als auch seine ebenso wichtige geistige Flexibilität. Er zeigt, wie Marcos' Reden und umfangreiche Schriften nicht nur die Gelehrsamkeit des Subkommandanten beweisen, sondern auch seine Ablehnung des marxistischen Dogmatismus. Schließlich stellt Henck Marcos in den Kontext der lateinamerikanischen Guerillatradition und verortet ihn in dieser.