
Friedenskonsolidierung und Staatsaufbau sind nicht nur ein wichtiger Forschungsbereich innerhalb der Internationalen Beziehungen, sondern auch ein wichtiger Politikbereich innerhalb der UNO und anderer internationaler und regionaler Organisationen. Sie sind auch ein Anliegen der internationalen Finanzinstitutionen, einschließlich der Weltbank, und ein wichtiger Faktor in der Außen- und Sicherheitspolitik vieler etablierter und neuer Demokratien. Friedenskonsolidierung und Staatsaufbau gehören zu den wichtigsten Ansätzen zur Verhinderung, Bewältigung und Abschwächung globaler Unsicherheiten, zur Bewältigung der humanitären Folgen von Bürgerkriegen und zur Ausweitung von Demokratie und neoliberalen Wirtschaftsregimen. Friedensbildung ist ein relativ neues Konzept, das sich damit befasst, wie lokale Akteure parallel zu internationalen und nationalen Projekten arbeiten und dazu beitragen, die Legitimität von Friedensprozessen und Staatsreformen zu gestalten.
Das "Oxford Handbook of Peacebuilding, Statebuilding, and Peace Formation" ist ein unverzichtbarer Leitfaden für diese weitläufige intellektuelle und politische Landschaft. Es bietet einen systematischen Überblick über die konzeptionellen Grundlagen, politischen Implikationen und Spannungen auf globaler, regionaler und lokaler Ebene sowie über die wichtigsten Politiken, Praktiken, Beispiele und Diskurse, die alle Segmente der Friedenskonsolidierung und der Praxis der Staatsbildung prägen. Das Handbuch gliedert sich in vier große thematische Abschnitte, die die Friedensförderung aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen Perspektiven beleuchten. Im ersten Abschnitt wird untersucht, wie Friedenskonsolidierung, Statebuilding und Friedensbildung von verschiedenen Disziplinen und IR-Ansätzen aufgefasst werden, um so einen Überblick über die konzeptionellen Grundlagen der wichtigsten Theorien und Ansätze zu geben. Abschnitt zwei ordnet diese Ansätze in andere wichtige globale Themen ein, darunter Globalisierung, Zivilgesellschaft, Terrorismus und Technologie, um ihre globale, regionale und lokale Resonanz zu verdeutlichen. Abschnitt drei betrachtet.
Auf Schlüsselthemen in diesem Bereich, einschließlich Friedensabkommen, Demokratisierung, Sicherheitsreform, Menschenrechte, Umwelt und Kultur. Der vierte Abschnitt schließlich befasst sich mit den wichtigsten Merkmalen alltäglicher und zivilgesellschaftlicher Friedensbildungsprozesse, sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.