Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte Untersuchung der Philosophie von Thomas Hobbes und betont die Bedeutung des Naturrechts in seinem Denken trotz seiner Kritik an früheren Traditionen. Kody Cooper wendet sich gegen allzu vereinfachte Interpretationen von Hobbes und schlägt eine nuanciertere Lesart vor, die seine Partnerschaft von Vernunft und Glauben offenbart. Das komplexe Vokabular des Buches und die eng geknüpften Argumente könnten jedoch für einige Leser eine Herausforderung darstellen.
Vorteile:⬤ Argumentiert tiefgreifend und erweitert das Verständnis von Hobbes' Philosophie.
⬤ Hinterfragt falsche Vorstellungen und allzu vereinfachte Interpretationen über Hobbes.
⬤ Hebt die bedeutende Rolle des Naturrechts in Hobbes' Werk hervor.
⬤ Ermutigt zu einer Neubewertung von Hobbes' Ansichten über Glauben und Vernunft.
⬤ Unterstützt die Idee, dass sich Geschichte und Interpretation weiterentwickeln sollten, insbesondere in der Geistesgeschichte.
⬤ Komplexes Vokabular kann für manche Leser einschüchternd wirken.
⬤ Die Argumente können eng miteinander verwoben sein, was zu Verwirrung führen kann.
⬤ Erfordert erhebliche Anstrengungen und Hintergrundwissen, um die Einsichten vollständig zu erfassen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Thomas Hobbes and the Natural Law
Wurde die moralische und politische Theorie von Hobbes von den meisten seiner Leser grundlegend falsch interpretiert? Seit der Kritik von John Bramhall wird Hobbes im Allgemeinen als Vertreter einer moralischen und politischen Theorie angesehen, die im Gegensatz zur klassischen Naturrechtstheorie steht. Kody W.
Cooper stellt diese traditionelle Interpretation von Hobbes in Thomas Hobbes and the Natural Law in Frage. Hobbes bekräftigt zwei wesentliche Thesen der klassischen Naturrechtstheorie: die Fähigkeit der praktischen Vernunft, verständliche Güter oder Gründe für Handlungen zu erfassen, und die rechtliche Verbindlichkeit der praktischen Anforderungen, die für das Streben nach menschlichem Wohlergehen wesentlich sind. Hobbes' neuartiger Beitrag liegt vor allem in seiner Formulierung einer dünnen Theorie des Guten.
In diesem Buch soll nachgewiesen werden, dass Hobbes mehr mit der aristotelisch-thomistischen Tradition der Naturrechtsphilosophie gemein hat, als bisher anerkannt wurde. Cooper zufolge bekräftigt Hobbes eine realistische Philosophie sowie die biblische Offenbarung als Grundlage seiner philosophisch-theologischen Anthropologie und seiner moralischen und bürgerlichen Wissenschaft.
Darüber hinaus behauptet Cooper, dass Hobbes' Denken, obwohl es in wichtigen Punkten transformativ ist, auch wichtige strukturelle Kontinuitäten mit der aristotelisch-thomistischen Tradition der praktischen Vernunft, der Theologie, der sozialen Ontologie und des Rechts aufweist. Das Ergebnis dieser Studie ist eine nuancierte Bewertung von Hobbes' Platz in der Naturrechtstradition als Formulierer des Naturrechtsliberalismus.
Dieses Buch wird sich an politische Theoretiker und Philosophen wenden und ist von besonderem Interesse für Hobbes-Forscher und Naturrechtstheoretiker.