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Thomas Jefferson: Draftsman of a Nation
Thomas Jefferson war eine der größten Stimmen der Geschichte, die sich für die Bedeutung der individuellen Freiheit einsetzte. Seine Ausführungen zu diesem Grundrecht wurden zum Eckpfeiler unserer Nation und zu einem zentralen Thema der Aufklärung. Und doch stand Jefferson einer Gesellschaft vor, die von der Sklaverei abhängig war, und war selbst Besitzer zahlreicher Sklaven. Wie sollen Geschichtsstudenten diesen Widerspruch in der Person des dritten Präsidenten in Einklang bringen? Die berühmte Biografin und Historikerin Natalie Bober legt nun ein Leben von Jefferson vor, das dieser schwierigen Frage nicht ausweicht. Bober erforscht die Sklavengemeinschaft, die sein Haus Monticello baute und unterhielt - und was ihr Leben unter Jefferson uns über ihn und über die Sklaverei als frühe amerikanische Institution erzählt.
Um zu beurteilen, was Jefferson für unsere Zeit bedeuten könnte, müssen wir zunächst verstehen, was es bedeutete, ein Mann seiner Zeit zu sein. Von der ersten Seite an wird die Welt, in der er lebte, lebendig - und so auch Jefferson selbst, der als sommersprossiger und für das achtzehnte Jahrhundert ungewöhnlich großer junger Mann vor uns steht. Bober folgt ihm durch ein Leben, in dem die Präsidentschaft nur eine von vielen Errungenschaften war. Als Erbauer von Monticello war er einer der großen Architekten seiner Zeit.
Als Gründer der Universität von Virginia war er einer der ersten Verfechter der Hochschulbildung in der Nation. Sein größtes Vermächtnis ist vielleicht, dass er die Unabhängigkeitserklärung verfasst hat, ein nahezu konkurrenzloses Beispiel dafür, wie Worte dem Leben einen konkreten Sinn geben. Der Jefferson, der sich hier offenbart, zeichnet sich durch sein oft widersprüchliches Wesen aus, aber auch durch seinen Optimismus, seine Neugierde und sein außergewöhnliches Gespür für Geschichte (einschließlich der Geschichte, die noch gemacht werden muss).
Obwohl sich das Buch in erster Linie an junge Leser richtet, ist es ein umfangreiches wissenschaftliches Werk, das auf einer mehrjährigen Recherche von Primärquellen (einschließlich mündlicher Überlieferungen von Schwarzen) und den aktuellsten Schriften beruht und wie Bobers frühere Werke Geschichtsstudenten aller Altersgruppen ansprechen dürfte. Dieses Buch stellt sich der Tatsache, dass Jefferson ein Mensch mit Fehlern war - und besteht darauf, dass ihn dies nicht als Helden disqualifiziert.