Bewertung:

Das Buch bietet eine überzeugende Einführung in das künstlerische Schaffen Tizians, die sich auf spezifische Aspekte seiner Technik konzentriert und gleichzeitig Einblicke in sein Leben und seine Zeit bietet.
Vorteile:Die Autorin, Prof. Loh, präsentiert eine gut strukturierte und fesselnde Untersuchung von Tizian, wobei sie spezifische Techniken und Zusammenhänge auf prägnante Weise hervorhebt. Ihr Schreibstil ist witzig und enthusiastisch und macht die Lektüre angenehm und informativ. Das Buch vermeidet unnötige Details, so dass der Inhalt für die Leser relevant und fesselnd bleibt.
Nachteile:Einige Leser könnten am Ende des Buches enttäuscht sein, da es ihnen Lust auf mehr macht. Im Vergleich zu umfassenderen Biografien könnte es an Tiefe fehlen.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Titian's Touch: Art, Magic and Philosophy
Am Ende seines langen, produktiven Lebens soll Tizian mit bloßen Händen direkt auf die Leinwand gemalt haben. Er strich mit den Fingern über die leuchtenden Rillen der Ölfarbe, lockerte die Farben, vermischte sie, verwischte sie und führte sie wieder zusammen.
Mit nur einem Daumenstrich oder einem Fingernagelschlag erweckte Tizian die Welt zum Leben. Das Klirren von Gläsern, das Klirren von Schwertern und der Schmerzensschrei einer Frau. Das Gefühl, wenn Haare über nacktes Fleisch streichen, die plötzliche Errötung ungeplanten Begehrens und der trockene Geschmack der Angst an einem verlorenen, schattigen Ort.
Tizians Kunst, so argumentiert Maria H.
Loh in diesem exquisit illustrierten Buch, war und ist eine synästhetische Erfahrung. Sehen heißt gleichzeitig hören, riechen, schmecken und berühren.
Aber während Tizian mit der Welt um ihn herum völlig verbunden war, hielt er auch das Universum in seinen Händen. Wie ein Magier konnte er Erscheinungen aus dem Nichts herbeizaubern. Wie ein Philosoph kanalisierte und hinterfragte er mit seiner Erforschung der Natur der Dinge die kontroversen Ideen seiner Zeit.
Aber als Maler schuf er die Welt neu. Hunde, Säuglinge, Rubine und Perlen. Falken, Blumen, Handschuhe und Stein.
Hirten, Mütter, Götter und Menschen. Farbe, Leinwand, Blut, Schweiß und Tränen.
In einer Reihe von genauen visuellen Untersuchungen führt Loh uns durch die üppige, lebendige Welt von Tizians Handschrift.