
Deadly Biocultures: The Ethics of Life-Making
Eine scharfsinnige Analyse der dunklen Seite der heutigen regulatorischen Lebensgestaltung
Sind die zeitgenössischen US-amerikanischen „Biokulturen“ in ihrem scheinbar unerbittlichen Streben nach Leben - in denen die Biomedizin über die formalen Institutionen der Klinik, des Krankenhauses und des Labors hinaus in die alltäglichen kulturellen Praktiken hineinreicht - auch an einem tödlichen Unterfangen beteiligt? Tödliche Biokulturen fordern uns heraus, ihre Implikationen zu hinterfragen, und zeigen, dass die Bemühungen, „Leben zu schaffen“, von der doppelten Operation des „Sterbenlassens“ begleitet werden. Sie validieren und verbessern Leben, die als wirtschaftlich lebensfähig, selbsterhaltend, produktiv und auf die Zukunft und den Optimismus ausgerichtet angesehen werden, während sie gleichzeitig ungleiche Verteilungen des Lebens auf der Grundlage von Rasse, Klasse, Geschlecht und Behinderung verstärken. Die Bejahung des Lebens kann den Tod verdunkeln, tödliche Bedingungen schaffen und sogar töten.
Tödliche Biokulturen untersucht die Bejahung der Hoffnung, des Ziels, des Gedeihens, der Sicherheit und des Grüns in den jeweiligen Biokulturen von Krebs, rassisch bedingter Gesundheit, Fettsucht, Altern und dem Leben nach dem Tod. Die Kapitel konzentrieren sich auf spezifische Praktiken, Technologien oder Techniken, die vordergründig das Leben bejahen und die untrennbare Verbindung des Lebens mit dem Kapital suggerieren, die aber auch eine Politik des Todes und der Auslöschung hervorbringen. Die Autoren fragen schließlich: Welche alternativen sozialen Formen und individuellen Praktiken könnten auf die Biomedizin übertragen werden oder sich mit ihr überschneiden, um eine gerechtere Biofutures zu erreichen?