Bewertung:

Das Buch bietet innovative Einblicke in Räumlichkeit und Topophrenie und präsentiert ein komplexes Verständnis davon, wie Menschen Räume wahrnehmen und mit ihnen interagieren. Es bietet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen theoretischen Konzepten und praktischen Anwendungen, wodurch es sich sowohl für akademische Zwecke als auch für eine unterhaltsame Lektüre eignet.
Vorteile:⬤ Bietet neue Perspektiven auf Räumlichkeit
⬤ führt in das Konzept der Topophrenie ein
⬤ ermutigt zu einer kontinuierlichen Erforschung von Räumen
⬤ leicht verständliche Sprache mit zahlreichen Beispielen
⬤ nützlich für die akademische Arbeit.
Einige Leser könnten den theoretischen Ansatz als komplex empfinden; die Betonung der Unvollständigkeit mag diejenigen nicht ansprechen, die nach endgültigen Antworten suchen.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Topophrenia: Place, Narrative, and the Spatial Imagination
Was ist unser Platz in der Welt, und wie bewohnen, verstehen und repräsentieren wir diesen Platz gegenüber anderen? Topophrenia versammelt Aufsätze von Robert Tally, die die Beziehung zwischen Raum, Ort und Kartierung einerseits und Literaturkritik, Geschichte und Theorie andererseits untersuchen. Das Buch bietet eine Einführung in die raumbezogenen Literaturwissenschaften, wobei Theorie und Praxis der Geokritik, der literarischen Kartografie und der räumlichen Geisteswissenschaften im Allgemeinen eingehend untersucht werden.
Die räumliche Angst vor Orientierungslosigkeit und das Bedürfnis, den eigenen Standort zu kennen, und sei es auch nur unbewusst, ist eine tief empfundene und gemeinsame menschliche Erfahrung. Aufbauend auf Yi Fu Tuans Topophilie (oder Liebe zum Ort) betrachtet Tally stattdessen den Begriff der Topophrenie als ein gleichzeitiges Gefühl des Ortsbewusstseins in Verbindung mit einem Gefühl der Unordnung, der Angst und des Unwohlseins. Er argumentiert, dass keine wirksame Geografie vollständig sein kann, wenn sie nicht auch ein Bewusstsein für die einsamen, verabscheuungswürdigen oder beängstigenden Räume enthält, die unser Verständnis dieses Raums bestimmen.
Tally betrachtet die Spannung zwischen der objektiven Ordnung eines Raums und der subjektiven Art und Weise, in der narrative Welten konstruiert werden. Erzählerische Karten stellen eine Art des Verstehens dar, die zwar realistisch erscheint, aber völlig figurativ ist.
Wie können diese Karten also nicht nur dazu verwendet werden, die reale Welt zu verstehen, sondern auch, um eine alternative Vision davon zu entwerfen, wie diese Welt sonst aussehen könnte? Von Tolkien bis Cervantes, von Borges bis More: Topophrenia erklärt klar und überzeugend, wie Geokritik, räumliche Geisteswissenschaften und literarische Kartografie uns helfen, unseren Platz in einer sich ständig verändernden Welt zu beschreiben, darzustellen und zu verstehen.