
Dreaming in Russian: The Cuban Soviet Imaginary
Das Gespenst der Sowjetunion geht in Kuba um, doch bisher gab es noch kein Buch über die Art und Weise, wie die Kubaner die Beziehungen ihres Landes zum Sowjetblock verarbeiten.
Dreaming in Russian bringt endlich die Realität ans Licht, dass die Sowjetunion die Insel fast drei Jahrzehnte lang wirtschaftlich subventionierte, sich in militärische Angelegenheiten einmischte und bestimmte pädagogische und kulturelle Modelle nach Kuba exportierte. Auf der Grundlage von Interviews mit kubanischen Künstlern und Intellektuellen sowie von Schätzen aus kinematografischen und bibliografischen Archiven zeigt Jacqueline Loss in diesem Buch erstmals, dass Kuba sich an viele Aspekte der Sowjetära erinnert und diese beibehält, ohne sie als Relikte des Kalten Krieges abzustreifen.
Indem er faszinierende, selten gezeigte Bilder miteinander verwebt, zeigt er die Art und Weise, wie Kubas Beziehung zu seinen sowjetischen Wohltätern nach dem Zerfall der UdSSR im Jahr 1991 fortbestanden hat. Durch die Analyse zahlreicher literarischer Texte und Werke der bildenden Kunst bezieht Loss auch Aspekte der Architektur, der Populärkultur, des Weltraumwettlaufs und andere Aspekte ein, um eine fesselnde neue Perspektive auf die kubanische Gesellschaft zu schaffen. Zu den vorgestellten Persönlichkeiten gehören die Dichterin Reina Mar a Rodr guez, der Schriftsteller Antonio Jos Ponte, der bildende Künstler Tonel und die Romanautorin Wendy Guerra.
Loss' Ansatz weicht von der traditionellen Kulturgeschichte ab und präsentiert stattdessen eine kaleidoskopische Reihe von Facetten, die den hybriden Charakter der Selbstbilder widerspiegeln, die nach dem Ende der sowjetischen Ägide entstanden sind. Während die Spekulationen über die Zukunft Kubas unter Fidel Castros scheinbarem Erben weitergehen, ist das Porträt, das in Dreaming in Russian entsteht, sowohl zeitgemäß als auch fesselnd.