
Virtue Ethics for the Real World: Improving Character without Idealization
In Virtue Ethics for the Real World: Verbesserung des Charakters ohne Idealisierung argumentiert Howard J. Curzer, dass Charakterideale Tugendethiker zu kontraintuitiven Behauptungen verleiten, Menschen, die ihren Charakter verbessern wollen, in die Irre führen und psychologisch schädigen und manchmal zu Werkzeugen der Ausbeutung werden. Curzer bietet eine Theorie der aristotelischen Tugendethik an, die auf Idealisierung verzichtet und mit dem gesunden Menschenverstand harmoniert. Um die vielen Dilemmata des gewöhnlichen Lebens zu erklären, lässt er zu, dass verschiedene Tugenden manchmal unvereinbare Handlungen gebieten und sogar Handlungen gebieten, die im Widerspruch zur Pflicht stehen. Curzer verteidigt die Lehre vom Mittelmaß und argumentiert, dass idealisierte Eigenschaften wie einseitige Vergebung, universelle Höflichkeit, unbedingte Verpflichtungen und unbegrenzte Großzügigkeit keine Tugenden sind. Er zeigt, dass die Lehre von der Reziprozität der Tugenden von der Idealisierung abhängt, und lehnt sie ab.
Bei der Untermauerung seiner Theorie trägt Curzer mehrere Hüte. Er ist ein Eudaimonist, wenn er die Tugend begründet, ein Konstruktivist, wenn er den Wert begründet, und ein Perspektivist (a la Nietzsche), wenn er tugendhaftes Handeln begründet.
Wie können sich Menschen verbessern, ohne ein Ideal anzustreben? Curzer bietet einen individuellen Ansatz zur Charakterverbesserung nach dem Vorbild der modernen Medizin. Zunächst werden die Charakterschwächen eines jeden Menschen diagnostiziert. Dann werden die Behandlungspläne auf die einzelnen Schwächen zugeschnitten. Ein wichtiges Hilfsmittel ist eine detaillierte Tabelle mit den Komponenten des Charakters, ihren Fehlerarten und den entsprechenden Therapien. Curzer liefert die Anfänge einer solchen Tabelle.